Willkommen
Willkommen und danke für den Besuch auf meinem LizBlog. Von der Themensuche bis zur Abgabe der Endfassung und darüber hinaus werde ich auf dieser Seite ein Online-Journal über die Entstehung meiner Lizentiatsarbeit führen, Einblicke in meine Forschungen geben, Gedanken und Schreibentwürfe formulieren sowie hoffentlich die eine oder andere Diskussion (nicht nur) über meine Arbeit entfachen.
Nach 5 Jahren Studium der Geschichte in Zürich, habe ich nun mit dem Verfassen der Abschlussarbeit begonnen. Die Uni hat sich in dieser Zeit bekanntlich stark verändert, was nicht nur zur Freude Anlass gegeben hat. Als Liz’ler könnte man mich deshalb durchaus als Relikt der Vergangenheit bezeichnen, ähnlich der Quellen, welche Historikerinnen und Historiker als Grundlagen für ihre Darstellung von Geschichte benutzen.
Man kann sich nun fragen, weshalb die Entstehung einer Lizarbeit in der Öffentlichkeit eines Blogs dokumentiert werden sollte. Die Idee dazu kam mir schon bevor ich mich bewusst mit der Arbeit befasst habe. Viele Ratgeber und Einführungen zum Geschichtsstudium empfehlen das Führen eines Journals, einer Art Studientagebuch, in welchem Ideen, Literaturexzerpte, Informationen über Quellen; einfach alles festgehalten wird, das einem während der Studienzeit begegnet, interessiert, was man persönlich vor dem Vergessen bewahren möchte. Die Vorteile eines Journals für Arbeiten, Vorträge und Prüfungen seien vielfältig, trotzdem habe ich mich nie dazu durchgerungen, stets ein Büchlein mit mir herumzutragen und all dies aufzuschreiben; genauso wie ich davon abgesehen habe, eine Literaturdatenbank oder den berüchtigten Zettelkasten anzulegen. Doch in der Vorbereitungsphase der letzten Wochen habe ich meine Meinung geändert.
Das Journal als Blog im Internet zu führen (wo ich ohnehin einen Grossteil meiner Zeit verbringe), birgt faszinierende Möglichkeiten in sich. Mit dem Journal beziehungsweise Forschungslogbuch lassen sich auf diese Weise nicht nur Beobachtungen aufzeichnen, Gedanken ausprobieren, Fragen erörtern, Einsichten gewinnen und das Schreiben üben, sondern auch in Kontakt mit einem interessierten Publikum treten. Fragen, Meinungen, Kommentare und Kritik von Besuchern könnten neue Perspektiven aufzeigen, auf Schwachstellen aufmerksam machen oder wertvolle Dienste bei Schwierigkeiten und Blockaden leisten. Idealerweise würden sich daraus ein gegenseitiger Erkenntnisgewinn und neue Bekanntschaften ergeben. Da Wissenschaft ja vor allem vom Austausch zwischen den Mitgliedern der community lebt und sich in ihm weiterentwickelt, kann es nicht schaden, diesen Diskurs zuerst im informellen Rahmen eines Blogs auszuprobieren.
In regelmässigen Abständen werde ich an dieser Stelle also über den Verlauf meiner Lizarbeit und damit (mehr oder weniger) in Zusammenhang stehende Themen informieren. Wichtig ist mir, dass der Forschungsprozess in all seinen Einzelheiten sichtbar und nachvollziehbar wird, sowohl für mich wie auch für Besucherinnen und Besucher meines Blogs. Die Endfassung einer wissenschaftlichen Arbeit verrät nämlich meines Erachtens nach darüber meistens nicht mehr viel.
Nach dieser bereits viel zu langen Einführung hoffe ich nun, dass meine Beweggründe für diesen Blog einigermassen verständlich geworden sind. Neben den von den Veranstaltungen an der Uni geforderten Arbeiten, habe ich noch kaum Erfahrung mit an ein Publikum gerichtetes Schreiben. Der LizBlog ist deshalb als Experiment gedacht und ich bin gespannt, wie er sich entwickeln wird, welche Reaktionen ich damit auslösen kann und welchen Einfluss er auf die entstehende Arbeit entfalten wird. Vieles, das ich mir für den ersten Eintrag zu schreiben überlegt habe werde ich nun auf künftige Einträge verschieben müssen. So werden das nächste Mal die Themenwahl und meine grundlegenden Ideen dazu im Mittelpunkt stehen.
Literaturhinweise:
Bloch, Marc/Schöttler, Peter: Apologie der Geschichtswissenschaft. Oder Der Beruf des Historikers. Stuttgart 2002. (Paris 1949).
Borowsky, Peter/Vogel, Barbara/Wunder, Heide: Einführung in die Geschichtswissenschaft. Opladen 1989.
Schmale, Wolfgang (Hg.): Schreib-Guide Geschichte. Schritt für Schritt wissenschaftliches Schreiben lernen. Wien 2006. (Hat mir wertvolle Hinweise zum Schreiben von Journal bzw. Blog gegeben)
Just testing…