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	<title>Der LizBlog</title>
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	<description>Willkommen auf meinem Lizentiats-Blog. Ich werde auf dieser Seite ein Online-Journal über die Entstehung meiner Lizentiatsarbeit führen, Einblicke in meine Forschungen geben, Gedanken und Schreibentwürfe formulieren sowie hoffentlich die eine oder andere Diskussion entfachen.</description>
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		<title>Die Arbeit nimmt Fahrt auf</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Mar 2011 07:32:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>shadow071</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lizarbeit]]></category>
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		<description><![CDATA[In den letzten Wochen hat meine Liz-Arbeit einige Fortschritte gemacht. Nach den im letzten Eintrag beschriebenen Startproblemen verbesserte sich der Schreibfluss recht schnell, so dass ich jetzt bereits ein gutes Drittel der Arbeit, wenn auch noch in sehr vorläufiger Form, verfasst habe. Das einleitende Kapitel zu den politischen, ökonomischen und sozialen Bedingungen und dem Verlauf [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lizweblog.wordpress.com&amp;blog=12662424&amp;post=70&amp;subd=lizweblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size:small;">In den letzten Wochen hat meine Liz-Arbeit einige Fortschritte gemacht. Nach den im letzten Eintrag beschriebenen Startproblemen verbesserte sich der Schreibfluss recht schnell, so dass ich jetzt bereits ein gutes Drittel der Arbeit, wenn auch noch in sehr vorläufiger Form, verfasst habe. Das einleitende Kapitel zu den politischen, ökonomischen und sozialen Bedingungen und dem Verlauf des Landesstreiks in Luzern habe ich abgeschlossen und bin, angesichts der vielen Informationen, die ich darin auf sehr begrenztem Raum unterbringen konnte, ganz zufrieden damit. Die Seitenzahl, die von diesem Kapitel in meiner Arbeit eingenommen wird, ist grösser geworden, als ich zu Beginn vermutet habe. Trotzdem erachte ich es für sinnvoll der Darstellung des historischen Hintergrunds diesen Platz zu geben, weil ich ihn für das Verständnis meines Themas als notwendig erachte und spätere Teile der Arbeit darauf aufbauen möchte. Nun habe ich damit begonnen, die Gründung und Organisation der Bürgerwehr der Stadt Luzern auf Grundlage der gefundenen Quellen nachzuzeichnen. Hierbei versuche ich, meine theoretischen Überlegungen einzubeziehen und habe festgestellt, dass ich auch hier viel mehr Platz benötige, als ich beim Entwurf der Gliederung gedacht habe. Was dies für den Aufbau der Arbeit bedeutet, wo ich Kürzen und womöglich ganz Streichen muss, habe ich bislang noch nicht entschieden.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Neben dem eigentlichen Schreiben habe ich auf Grundlage von Listen und Adressbüchern aus dem Staatsarchiv eine so vollständig wie mögliche Datenbank aller in der BWL aktiven Luzerner aufzustellen versucht. Zwar führte die Bürgerwehr eine Kartei, in der sie ihre Mitglieder zu erfassen versuchte, allem Anschein nach war sie dabei jedoch nicht sehr erfolgreich (wobei ich mir über die Gründe für diesen Umstand nicht sicher bin und nur spekulieren kann). Laut eigener Aussage hatte die BWL Ende 1919 rund 1&#8217;000 ausschliesslich männliche Mitglieder (bei einer Gesamtbevölkerung der Stadt Luzern von etwa 44&#8217;000). In der Kartei sind aber lediglich 609 Namen aufgeführt. Ich war deshalb anfangs recht enttäuscht, da sich durch die jeweilige Nennung von Namen, Eintritts- und Austrittsdaten sowie Berufen und Adressen eine statistische Analyse des Bürgerwehrpersonals angeboten hätte. Dank der in der Hinterlassenschaft der BWL zahlreich vorhandenen Mannschaftslisten konnte ich nun aber dennoch eine eigene, 1&#8217;106 Personen umfassende Mitgliederdatenbank erstellen, die einige sehr interessante Details offenbart, die ich in meiner Arbeit verwenden kann. Ich hoffe, der dafür notwendige Aufwand hat sich gelohnt.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Die Liste der Quellenbestände, die ich noch in die Arbeit einbeziehen möchte (Archiv von Gewerbeverband und Industriegesellschaft, Nachlässe prominenter Mitglieder, Archive anderer Luzerner Gemeinden) ist leider nicht kürzer geworden, im Gegenteil. Gleichzeitig denke ich aber, dass das Material, dass ich jetzt schon habe, für eine gute Arbeit ausreichen wird, bzw. von weiteren Quellen allenfalls noch Zusatzinformationen aber keine völlig neuen Erkenntnisse mehr zu erwarten sein dürften. Deshalb werde ich mich von nun an mit denjenigen Quellen beschäftigen, die ich bereits erschlossen habe (und schon jetzt kaum noch überblicke) und nur falls am Schluss noch etwas Zeit bleiben sollte, weitere Recherchen anstellen.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Im Moment sollte ich aber versuchen, meine Konzentration wieder etwas weg von der Auswertung und Darstellung des Quellenmaterials zur theoretischen Bearbeitung meines Forschungsgegenstands hin zu lenken, um meine Forschungsfragen und anfangs gezeichneten Vorgehensweisen nicht aus dem Blick zu verlieren.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Als weiterführende Literatur sind heute einige ältere Titel vorgeschlagen, die ich für das Kapitel über die Entwicklung Luzerns bis zum Ende des Ersten Weltkriegs benutzt habe. Dabei ist vor allem auf die drei Dissertationen von Brunner, Huber und Schüpbach hinzuweisen, welche Gesellschaft und Wirtschaft der Stadt Luzern bis 1914 sehr detailreich untersucht und dargestellt haben.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><br />
</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Literaturhinweise:</strong></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong><br />
</strong></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Brunner</strong>, Hansruedi. <em>Luzerns Gesellschaft im Wandel. Die soziale und politische Struktur der Stadtbevölkerung, die Lage in den Fremdenverkehrsberufen und das Armenwesen 1850-1914.</em> Luzerner historische Veröffentlichungen Bd. 12. Luzern und Stuttgart 1981.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Gubler</strong>, Konrad Robert. <em>Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftliche Wandlungen im Kanton Luzern (seit dem Ende des 18. Jahrhunderts).</em> Stans 1954.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Huber</strong>, Paul. <em>Luzern wird Fremdenstadt. Veränderungen der städtischen Wirtschaftsstruktur 1850-1914.</em> Beiträge zur Luzerner Stadtgeschichte Bd. 8. Luzern 1986.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Murray</strong>, Robert Keith. <em>Red scare. A study in national hysteria, 1919-1920.</em> Westport 1980.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Roggen</strong>, Ronald. <em>Luzerner Altstadt. Eine bebilderte Quartiergeschichte.</em> Luzern 1978.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Schüpbach</strong>, Werner. <em>Die Bevölkerung der Stadt Luzern 1850-1914. Demographie, Wohnverhältnisse, Hygiene und medizinische Versorgung.</em> Luzerner historische Veröffentlichungen Bd. 17. Luzern 1983.</span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/lizweblog.wordpress.com/70/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/lizweblog.wordpress.com/70/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/lizweblog.wordpress.com/70/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/lizweblog.wordpress.com/70/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/lizweblog.wordpress.com/70/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/lizweblog.wordpress.com/70/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/lizweblog.wordpress.com/70/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/lizweblog.wordpress.com/70/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/lizweblog.wordpress.com/70/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/lizweblog.wordpress.com/70/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/lizweblog.wordpress.com/70/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/lizweblog.wordpress.com/70/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/lizweblog.wordpress.com/70/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/lizweblog.wordpress.com/70/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lizweblog.wordpress.com&amp;blog=12662424&amp;post=70&amp;subd=lizweblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Wie weiter?</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Jan 2011 16:26:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>shadow071</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Jetzt wo ich endlich mit dem Schreiben begonnen habe, tauchen bereits Probleme und Blockaden auf, die mich gegenwärtig am Vorwärtskommen hindern. Momentan bin ich mit dem Schreiben des einführenden Kapitels: „Ökonomische, soziale und politische Bedingungen in Stadt und Kanton Luzern am Ende des Ersten Weltkriegs“ beschäftigt, das den Leser oder die Leserin mit dem historischen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lizweblog.wordpress.com&amp;blog=12662424&amp;post=68&amp;subd=lizweblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size:small;">Jetzt wo ich endlich mit dem Schreiben begonnen habe, tauchen bereits Probleme und Blockaden auf, die mich gegenwärtig am Vorwärtskommen hindern. Momentan bin ich mit dem Schreiben des einführenden Kapitels: „Ökonomische, soziale und politische Bedingungen in Stadt und Kanton Luzern am Ende des Ersten Weltkriegs“ beschäftigt, das den Leser oder die Leserin mit dem historischen Hintergrund meines Forschungsgegenstandes vertraut machen soll. Es fällt mir leider sehr schwer, die vielen Informationen aus dem halben Dutzend Bücher, die ich zu dem Thema konsultiert habe, in eigenen Worten und mit Bezug auf das Thema meiner Arbeit in aller Kürze darzustellen; deshalb habe ich mich wieder dem Blog zugewandt – genau für solche Fälle ist er ja gedacht.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Immerhin habe ich mir jetzt ein ziemlich genaues Bild von Aufbau und Inhalt meiner Arbeit gemacht. Ich werde, nach der eben erwähnten Einführung, zuerst die Gründungs- und Organisationsphase der Bürgerwehren (bis April 1919) darstellen, danach einen Abschnitt des organisatorischen Stillstands (bis März 1920) zeichnen und schliesslich auf die (fruchtlosen?) Versuche der Reorganisation der Bürgerwehr bis zum Abbruch der Überlieferung im Dezember 1921 eingehen. Ich habe mich nun also für ein chronologisches Vorgehen entschieden. Dies wurde vor allem durch die Protokollbücher der BWL möglich, in welchen sich diese drei Phasen klar abzeichnen und somit eine derartige Gliederung rechtfertigen. Auch auf der Seite der Theorie habe ich mich für ein Vorgehen entschieden. Wie geplant werde ich die organisatorischen Aspekte des Themas anhand der Methodik der Organisationssoziologie zu beschreiben versuchen. Eine umfassende Organisationsanalyse der Bürgerwehren ist aufgrund der Datenbasis verständlicherweise nicht möglich, trotzdem möchte ich versuchen, einige Modelle und Kategorien aus der Organisationssoziologie auf mein Untersuchungsobjekt anzuwenden, da ich mir davon Erkenntnisse erhoffe, die über die blosse Zusammenfassung der in den Quellen gefundenen Informationen und Mutmassungen über das nicht Überlieferte hinausgehen. Den mentalitätsgeschichtlichen Teil (der nach der neuen Gliederung allerdings kein eigenständiges Kapitel mehr, sondern mit der Organisationsanalyse verwoben sein wird) werde ich um den Begriff der Angst herum aufbauen. Eher zufällig bin ich während der Recherche auf den Historiker Jean Delumeau gestossen, der im Werk „Angst im Abendland“ die kollektiven Ängste der frühen Neuzeit in Europa und ihre psychologischen, sozialen und politischen Hintergründe erforscht hat. Da die Angst ein Gefühl ist, auf das ich während der Quellenauswertung schon mehrfach und in verschiedenen Kontexten gestossen bin und die von Delumeau beschriebene Kultur der Angst einige überzeugende Parallelen mit der Situation Europas nach dem Ersten Weltkrieg (Krieg, Revolutionen, Krankheit, soziale Spannungen und allgemeine Verunsicherung) aufweist, scheint es mir konsequent, anhand dieser mentalitätsgeschichtlichen Kategorie das Denken und Handel im Umfeld der Bürgerwehren zu untersuchen. Als Fragen könnten hierbei zum Beispiel dienen: Welche Ängste lassen sich bei welchen Mitgliedern der Bürgerwehr feststellen? Was wird als Bedrohung wahrgenommen, was als bedroht? Wie verändert sich die Wahrnehmung über den Untersuchungszeitraum? Wie wird versucht Angst zu erzeugen?</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Die Festlegung der zwei zentralen methodischen Perspektiven und der Struktur der Arbeit möchte ich zwar noch genauer mit meiner Betreuerin besprechen, trotzdem bin ich mir jetzt ziemlich sicher, mit diesen entscheidenden Voraussetzungen meiner Arbeit auf dem richtigen Weg zu sein. Allerdings stellt sich hier schon wieder die Frage, wie ich diese theoretischen Ansätze konkret auf das Quellenmaterial anwenden und in der Arbeit darstellen soll. Meine Unsicherheit – und Angst – wird auch dadurch verstärkt, dass ich im Moment das Gefühl habe, die vielen in den letzten Monaten aufgenommenen Information nicht mehr recht verarbeiten und in die entstehende Arbeit integrieren zu können. Und dennoch scheint es mir paradoxerweise immerzu, noch nicht genug gelesen und gefunden zu haben.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Zum Schluss möchte ich noch auf einen Link hinweisen, den ich kürzlich der Sammlung oben rechts hinzugefügt habe: Das Historische Lexikon der Schweiz ist ein umfassendes Nachschlagewerk zur Schweizer Geschichte, dass gegenwärtig auf Deutsch, Italienisch und Französisch erscheint und voraussichtlich 2014 abgeschlossen sein wird. Auch durch die Möglichkeit einer Volltextsuche auf der verlinkten Seite hat mir das HLS während des Studiums immer wieder gute Dienste geleistet und ich möchte nicht mehr darauf verzichten.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Literaturhinweise:</strong></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Delumeau</strong>, Jean. <em>Angst im Abendland. Die Geschichte kollektiver Ängste im Europa des 14. bis 18. Jahrhunderts.</em> Reinbek bei Hamburg 1989.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Esser</strong>, Hartmut. <em>Soziologie. Spezielle Grundlagen. Band 5: Institutionen.</em> Frankfurt am Main 2000.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Hiery</strong>, Hermann Joseph. <em>Angst und Krieg. Die Angst als bestimmender Faktor im Ersten Weltkrieg</em> In: Bosbach, Franz (Hg.). Angst und Politik in der europäischen Geschichte. Bayreuther historische Kolloquien Bd. 13. Dettelbach 2000. S. 167–224.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Schnider</strong>, Peter. <em>Fabrikindustrie zwischen Landwirtschaft und Tourismus. Industrialisierung der Agglomeration Luzern zwischen 1850 und 1930.</em> Luzern und Stuttgart 1996.</span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/lizweblog.wordpress.com/68/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/lizweblog.wordpress.com/68/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/lizweblog.wordpress.com/68/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/lizweblog.wordpress.com/68/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/lizweblog.wordpress.com/68/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/lizweblog.wordpress.com/68/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/lizweblog.wordpress.com/68/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/lizweblog.wordpress.com/68/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/lizweblog.wordpress.com/68/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/lizweblog.wordpress.com/68/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/lizweblog.wordpress.com/68/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/lizweblog.wordpress.com/68/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/lizweblog.wordpress.com/68/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/lizweblog.wordpress.com/68/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lizweblog.wordpress.com&amp;blog=12662424&amp;post=68&amp;subd=lizweblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Handout</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Jan 2011 15:05:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>shadow071</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lizarbeit]]></category>
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		<description><![CDATA[Dass Carl Spitteler, Träger des Nobelpreises für Literatur, Mitglied der BWL gewesen war, habe ich bereits vor einiger Zeit festgestellt und im Blog festgehalten. Den ersten Hinweis dazu habe ich allerdings nicht in den Unterlagen der Bürgerwehr, sondern in einer Fussnote der Biographie des Schriftstellers gefunden; ich konnte die „Entdeckung“ des ersten prominenten Bürgerwehrlers also [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lizweblog.wordpress.com&amp;blog=12662424&amp;post=63&amp;subd=lizweblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size:small;">Dass Carl Spitteler, Träger des Nobelpreises für Literatur, Mitglied der BWL gewesen war, habe ich bereits vor einiger Zeit festgestellt und im Blog festgehalten. Den ersten Hinweis dazu habe ich allerdings nicht in den Unterlagen der Bürgerwehr, sondern in einer Fussnote der Biographie des Schriftstellers gefunden; ich konnte die „Entdeckung“ des ersten prominenten Bürgerwehrlers also nicht für mich reklamieren. Für den heutigen Fund scheint das, zumindest nach der kurzen Recherche, die ich soeben gemacht habe, nicht zu gelten; er war bislang, wie ich glaube, nicht bekannt. Die Mitgliederkartei weist neben Spitteler auch den 1892 geborenen Architekten, Direktor der „Landi“ 1939 und späteren Nationalrat Armin Meili als Mann der Bürgerwehr der Stadt Luzern aus. Sein Vater Heinrich bekleidete bis im August 1920 überdies den Posten eines Führers einer sogenannten „bewaffneten Gruppe“, von denen es in jeder der acht Bürgerwehr-Kompagnien der Stadt je eine gab und die von der Armee mit Gewehren ausgerüstet wurden .</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Die Mitgliedschaft dieser beiden über die Stadt hinaus bekannten Persönlichkeiten in der Bürgerwehr ist hochinteressant, sollte aber, in Anbetracht der Grösse der Stadt, nicht überbewertet werden. Trotzdem lassen sie die Relevanz und Bedeutung meines Themas in einem besonderen Licht erscheinen. Spannend wäre, zu ergründen wann und warum sich Spitteler und Meili für den Beitritt entschieden und was sie darüber dachten. Ich hoffe, darüber noch weitere Informationen finden zu können.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Statt das Handout meiner Präsentation vom letzten Herbst als PDF zur Verfügung zu stellen, hielt ich es für einfacher, es direkt im Blog zu veröffentlichen:</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><br />
</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Werkstattbericht zur Lizentiatsarbeit:</span></p>
<p><strong>„<span style="font-size:medium;">Mitbürger, wir wollen des Landes altbewährte Freiheit und Ordnung schützen!“ &#8211; Die Bürgerwehren Luzerns 1918-1922</span></strong></p>
<p><span style="font-size:small;">Während im November 1918 grosse Teile der schweizerischen Arbeiterschaft in den Generalstreik traten, um gegen die Verschleppung längst überfälliger sozialer Reformen, die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage und das Truppenaufgebot des Bundes anlässlich des Jahrestages der Russischen Revolution zu protestieren, fanden in mehreren Städten des Landes bereits Versammlungen verunsicherter Bürger statt, an denen über die Schaffung von paramilitärischen Organisationen gegen einen befürchteten kommunistischen Umsturzversuch, zur Unterstützung der überforderten Behörden und zum Schutz der vom Streik betroffenen Betriebe beraten wurde.<a name="sdfootnote1anc" href="#sdfootnote1sym"><sup>1</sup></a> Diese Bürgerwehren folgten dabei vielerorts einem ähnlichen Muster. Es waren von industrieller oder gewerblicher Seite angeregte Vereine auf freiwilliger Basis, nach militärischem Vorbild organisiert und stark mit Armee und örtlichen Behörden verflochten (und von diesen mehr oder weniger offen unterstützt) und somit Teil eines „bürgerlichen Schutzwalls gegen jede Form von Sozialismus.“<a name="sdfootnote2anc" href="#sdfootnote2sym"><sup>2</sup></a> Da ihre Initiatoren befürchteten, die staatlichen Behörden würden im Fall erneuter sozialer Unruhen oder Streiks nicht schnell und schlagkräftig genug reagieren können, verstanden sie sich sogar als einzige Truppe, die zum „Niederhalten jeder Bewegung und Aktion des Gegners“ der drohenden Revolution gegebenenfalls auch mit Waffengewalt entgegentreten konnte, bis die regulären Streitkräfte die Lage unter Kontrolle zu bringen im Stande waren.<a name="sdfootnote3anc" href="#sdfootnote3sym"><sup>3</sup></a> Darüber hinaus verfolgten einige Bürgerwehren auch propagandistische Ziele, versuchten auf die politische Entscheidungsfindung Einfluss zu nehmen und bauten eigene Nachrichtendienste für ihre Zwecke auf. Als Dachorganisation zur Koordination, Planung und internationalen Kooperation dieser vielfältigen Aktivitäten, wurde im Frühjahr 1919 der „Schweizerische Vaterländische Verband“ (SVV) gegründet.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Gegenstand der hier vorgestellten Lizentiatsarbeit sind Organisationsformen, Kultur und Wahrnehmungen jener Bürgerwehren, die in der schweren politischen, sozialen und ökonomischen Krise der Nachkriegszeit auch in Stadt und Kanton Luzern aktiv wurden. Dieses Thema soll mittels zweier Fragenkomplexe erschlossen werden. In einem ersten Teil wird versucht, die organisationalen Strukturen nachzuzeichnen. Untersucht werden sollen Aufbau, Machtstrukturen, Planung, Funktionslogiken, die Zusammensetzung und Rekrutierung der Mitgliederbasis sowie die den Organisationen zur Verfügung stehenden Ressourcen. Von besonderem Interesse ist hierbei der Vergleich der im ganzen Kanton gegründeten Bürgerwehren, insbesondere in Hinsicht auf die lokalen ökonomischen und politischen Verhältnisse. Denn auch in vielen ländlichen Gemeinden, die im Unterschied zur Agglomeration Luzern kaum über industrielle Grossbetriebe verfügten, wurden nach dem Landesstreik Bürgerwehren gegründet.<a name="sdfootnote4anc" href="#sdfootnote4sym"><sup>4</sup></a></span></p>
<p><span style="font-size:small;">Im zweiten Teil sollen Bedrohungswahrnehmung, Ziele, Praktiken, Weltbilder und Selbstverständnis der Bürgerwehren und ihrer Mitglieder verdeutlicht werden. Dabei stehen Fragen nach Gründungsmotiven, Deutungs- und Argumentationsmustern, Werthaltungen, Selbstdarstellung und Legitimation, sowie interne Spannungen im Vordergrund. Ausserdem sollen Wahrnehmung und Auftreten der Organisationen in der Öffentlichkeit untersucht werden.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Ursprünglich war geplant, abschliessend den Fokus auf den strukturellen, praktischen und programmatischen Wandel der Bürgerwehren in der kurzen Zeit ihres Bestehens zu legen. Das heftige Aufflackern von verschiedenen bürgerlichen Bewegungen nach dem Weltkrieg und ihr auffallendes Selbstbewusstsein, steht in starkem Kontrast zu ihrem raschen Bedeutungsverlust bis zur Mitte der zwanziger Jahre; diese Entwicklung sollte genauer untersucht werden. Aufgrund praktischer Überlegungen und der Tatsache, dass die bislang gefundenen Quellen nur den Zeitraum bis Ende 1921 dokumentieren, fiel die Entscheidung, den Untersuchungszeitraum entsprechend einzuschränken und den Schwerpunkt auf die Gründungs- und Konsolidierungsphasen der Bürgerwehren zu legen.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Gemäss den beiden Themenkomplexen sollen zur Beantwortung der gestellten Forschungsfragen zwei unterschiedliche theoretische Konzepte zur Anwendung kommen. Wahrnehmung, Deutungen, Selbstverständnis und Selbstdarstellung, Diskurse und Praktiken der Organisationen und ihrer Mitglieder können aus einer kultur- und mentalitätsgeschichtlichen Perspektive zugänglich gemacht werden. Zur Analyse der formalen und informalen Strukturen, der Tätigkeitsbereiche und internen Prozesse der Bürgerwehren sowie den Beziehungen zu ihrer Umwelt würden sich besonders von der Organisationssoziologie<a name="sdfootnote5anc" href="#sdfootnote5sym"><sup>5</sup></a> entwickelte Konzepte eignen, wobei allerdings Einschränkungen berücksichtigt werden müssen, die sich bei der Anwendung sozialwissenschaftlicher Ansätze auf einen historischen Gegenstand ergeben.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Der grösste Teil der für die Arbeit benötigten Quellen befindet sich im Staatsarchiv des Kantons Luzern. Es handelt sich hierbei einerseits um Dokumente staatlicher Provenienz, andererseits um Material, das aus dem Besitz der zu untersuchenden Organisationen selbst stammt. Die umfangreiche Sammlung von Dokumenten der Bürgerwehren, die erst vor wenigen Jahren vom Staatsarchiv übernommen wurde, beinhaltet Aufnahmegesuche, detaillierte Mitgliederlisten, Versammlungsprotokolle, Abrechnungen, Propagandamaterial, Korrespondenz sowie eine Fülle von Berichten und Dossiers, die der SVV an seine kantonalen Sektionen geschickt hatte. Ebenfalls im Staatsarchiv zu finden sind Publikationen jener Organisationen, welche an der Gründung der Bürgerwehren beteiligt waren oder mit ihnen in Kontakt standen; sowie die Pressetitel, die zur Beurteilung der öffentlichen Reaktion herangezogen werden sollen. Da die Bürgerwehren ihren Anstoss aus industriellen und gewerblichen Kreisen erhielten, ist zu prüfen, ob in den Firmenarchiven der grossen Luzerner Unternehmen weitere Quellen zu finden sind. Problematischer gestaltet sich die Quellenlage im Hinblick auf die in den ländlichen Gemeinden geschaffenen Vereine. Die Suche hängt hier vom Erschliessungsgrad der Gemeindearchive ab und ist deshalb mit beträchtlichem Aufwand bei unklaren Erfolgsaussichten verbunden. Womöglich wäre hier eine Beschränkung auf die grössten Gemeinden des Kantons oder eine von bestimmten lokalen Faktoren geleitete Auswahl sinnvoll.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Die Bürgerwehren, die vielerorts als Reaktion auf die Krisenerscheinungen geschaffen wurden, die im Landesstreik ihren Höhepunkt erreicht hatten, kommen auch in der Forschungsliteratur zur Sprache, die sich diesem Ereignis widmet. Zu nennen sind hier insbesondere Willi Gautschis detailliertes und trotz seines Alters immer noch äusserst wertvolles Werk „Der Landesstreik 1918“ sowie die Arbeit, die Joe Schelbert unter dem Titel „Der Landesstreik vom November 1918 in der Region Luzern“ 1985 verfasst hat. Beide Autoren stellten die Gründung von Bürgerwehren fest, wobei die Haltung der Lokal- und Bundesbehörden von vorsichtiger Zustimmung bis zur von der Sorge um eine Eskalation der angespannten Lage getragenen Ablehnung reichte.<a name="sdfootnote6anc" href="#sdfootnote6sym"><sup>6</sup></a> Schelbert, dessen Darstellung einen wichtigen Bezugspunkt für die Lizentiatsarbeit liefert, beurteilt den Opportunismus Luzerner Industriekreise bei der Einrichtung der Bürgerwehren besonders kritisch und spricht von der Schaffung eines „Staats im Staat“.<a name="sdfootnote7anc" href="#sdfootnote7sym"><sup>7</sup></a> Ein eigenes Kapitel widmet Thomas Greminger den Bürgerwehren von Stadt und Kanton Zürich in seiner Dissertation „Ordnungstruppen in Zürich“. Der Autor zeichnet darin die Debatten auf Bundesebene, zwischen Landesregierung und Armeeführung, beziehungsweise Kantonsebene über die Zweckmässigkeit von Bürgerwehren, die Entstehung und Struktur der Zürcher Stadtwehr sowie ihr Einsatz im Auguststreik 1919 nach.<a name="sdfootnote8anc" href="#sdfootnote8sym"><sup>8</sup></a> Die Entstehung der Basler Bürgerwehr und ihre Rolle während des Auguststreiks hat Hanspeter Schmid im Buch „Krieg der Bürger“<a name="sdfootnote9anc" href="#sdfootnote9sym"><sup>9</sup></a> untersucht. Mit der Geschichte des SVV und seiner Mitglieder schliesslich beschäftigte sich Andreas Thürer bereits in der Lizentiatsarbeit und sie ist auch Thema seiner vor kurzem abgeschlossenen Dissertation. Ein Überblick über den Forschungsstand und die sehr „spärlich vorhandene Sekundärliteratur“ bietet sein Beitrag in der von Michel Caillat et al. herausgegebenen Aufsatzsammlung „Histoire(s) de l‘anticommunisme en Suisse“.<a name="sdfootnote10anc" href="#sdfootnote10sym"><sup>10</sup></a></span></p>
<p><strong>Auswahlbibliographie:</strong></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Dubler, Anne-Marie. Geschichte der Luzerner Wirtschaft. Volk, Staat und Wirtschaft im Wandel der Jahrhunderte. Luzern und Stuttgart 1983.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Endruweit, Günter. Organisationssoziologie. Stuttgart 2004.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Gautschi, Willi. Der Landesstreik 1918. Zürich 1968.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Greminger, Thomas. Ordnungstruppen in Zürich. Der Einsatz von Armee, Polizei und Stadtwehr Ende November 1918 bis August 1919. Basel und Frankfurt am Main 1990.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Guex, Sébastien. Krisen und Stabilisierung. Die Schweiz in der Zwischenkriegszeit. Zürich 1998.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Huber, Max. Geschichte der politischen Presse im Kanton Luzern 1914-1945. Luzern und Stuttgart 1989.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Jost, Hans-Ulrich. Bedrohung und Enge (1914-1945) In: Mesmer, Beatrix/Im Hof, Ulrich (Hg.). Geschichte der Schweiz und der Schweizer. Basel 2004. S. 731-819.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Jost, Hans-Ulrich. Die reaktionäre Avantgarde. Die Geburt der Neuen Rechten in der Schweiz um 1900. Zürich 1992.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Kaltenbrunner, Gerd-Klaus. Rekonstruktion des Konservatismus. Freiburg i. B. 1972.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Landwehr, Achim. Historische Diskursanalyse. Frankfurt a. M. 2008.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Large, David C. The politics of law and order. A history of the Bavarian Einwohnerwehr, 1918-1921. Transactions of the American Philosophical Society Vol. 70. Philadelphia 1980.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Mattioli, Aram. Intellektuelle von rechts. Ideologie und Politik in der Schweiz 1918-1939. Zürich 1995.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Maurer, Michael. Kulturgeschichte. Eine Einführung. Köln 2008.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Preisendörfer, Peter. Organisationssoziologie. Grundlagen, Theorien und Problemstellungen. Wiesbaden 2005.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Reckwitz, Andreas. Die Transformation der Kulturtheorien. Zur Entwicklung eines Theorieprogramms. Weilerswist 2000.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Ruffieux, Roland. La Suisse de l‘entre-deux-guerres. Lausanne 1974.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Schelbert, Joe. Der Landesstreik vom November 1918 in der Region Luzern. Seine Vorgeschichte, sein Verlauf und seine Wirkung. Luzern 1985.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Schmid, Hanspeter. Krieg der Bürger. Das Bürgertum im Kampf gegen den Generalstreik 1919 in Basel. Zürich 1980.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Stutz, Hans. Frontisten und Nationalsozialisten in Luzern 1933 – 1945. Luzern 1997.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Thürer, Andreas. Der Schweizerische Vaterländische Verband und die in ihm zusammengeschlossenen Bürgerwehren 1919-1923. Lizentiatsarbeit. Basel 1978.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Thürer, Andreas. Der Schweizerische Vaterländische Verband (SVV). Ein &#8222;antisozialistischer Schutzwall&#8220; (1919-1930/31) In: Caillat et al. (Hg.). Histoire(s) de l&#8217;anticommunisme en Suisse. Zürich 2009. S. 133-146.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Tschopp, Silvia Serena. Kulturgeschichte. Basistexte Geschichte Bd. 3. Stuttgart 2008.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Werner, Christian. Für Wirtschaft und Vaterland. Erneuerungsbewegungen und bürgerliche Interessengruppen in der Deutschschweiz, 1928-1947. Zürich 2000.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;">Wicki, Otto/Kaufmann, Anton. Der Erste Weltkrieg. Die Entlebucher an der Landesgrenze. Schüpfheim 2008.</span></p>
<div id="sdfootnote1">
<p><a name="sdfootnote1sym" href="#sdfootnote1anc">1</a>Vgl. 	Jost, Bedrohung und Enge, S. 768f. und Gautschi, Landesstreik, S. 	297 und 316.</p>
</div>
<div id="sdfootnote2">
<p><a name="sdfootnote2sym" href="#sdfootnote2anc">2</a>Thürer, 	SVV, S. 133f.</p>
</div>
<div id="sdfootnote3">
<p><a name="sdfootnote3sym" href="#sdfootnote3anc">3</a>Schelbert, 	Landesstreik, S. 81.</p>
</div>
<div id="sdfootnote4">
<p><a name="sdfootnote4sym" href="#sdfootnote4anc">4</a>Vgl. 	ebd. S. 83.</p>
</div>
<div id="sdfootnote5">
<p><a name="sdfootnote5sym" href="#sdfootnote5anc">5</a>Vgl. 	Endruweit, Organisationssoziologie, S. 97 und Preisendörfer, 	Organisationssoziologie, S. 29.</p>
</div>
<div id="sdfootnote6">
<p><a name="sdfootnote6sym" href="#sdfootnote6anc">6</a>Vgl. 	Schelbert, Landesstreik, S. 80f. und Gautschi, Landesstreik, S. 	365f.</p>
</div>
<div id="sdfootnote7">
<p><a name="sdfootnote7sym" href="#sdfootnote7anc">7</a>Schelbert, 	Landesstreik, S. 81.</p>
</div>
<div id="sdfootnote8">
<p><a name="sdfootnote8sym" href="#sdfootnote8anc">8</a>Vgl. 	Greminger, Ordnungstruppen, S. 92-117 und 234f.</p>
</div>
<div id="sdfootnote9">
<p><a name="sdfootnote9sym" href="#sdfootnote9anc">9</a>Vgl. 	Schmid, Krieg, S. 118-122.</p>
</div>
<div id="sdfootnote10">
<p><a name="sdfootnote10sym" href="#sdfootnote10anc">10</a>Vgl. 	Thürer, SVV, S. 133.</p>
</div>
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	</item>
		<item>
		<title>Ein gutes neues Jahr!</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Jan 2011 14:29:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>shadow071</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lizarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturhinweis]]></category>
		<category><![CDATA[Quelle]]></category>

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		<description><![CDATA[Die längere Abwesenheit im Blog bedeutet nicht, dass ich meine Lizarbeit zwischenzeitlich auf Eis gelegt hätte, sondern lässt sich mehr auf meine momentane Schreibmüdigkeit und die derzeitige Phase zwischen Abschluss der Quellenauswertung und Beginn des eigentlichen Schreibens zurückführen. Was habe ich in den vergangenen Wochen gemacht? Mitte Oktober musste ich im Rahmen des Liz-Kolloquiums mein [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lizweblog.wordpress.com&amp;blog=12662424&amp;post=60&amp;subd=lizweblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size:small;">Die längere Abwesenheit im Blog bedeutet nicht, dass ich meine Lizarbeit zwischenzeitlich auf Eis gelegt hätte, sondern lässt sich mehr auf meine momentane Schreibmüdigkeit und die derzeitige Phase zwischen Abschluss der Quellenauswertung und Beginn des eigentlichen Schreibens zurückführen. Was habe ich in den vergangenen Wochen gemacht? Mitte Oktober musste ich im Rahmen des Liz-Kolloquiums mein Thema und den momentanen Stand der Arbeit zum ersten Mal vorstellen und mich Kritik und Fragen von Professor und Assistenten sowie den übrigen Lizentianden am Lehrstuhl stellen. Ich war der einzige Referent an diesem Abend und so war genug Zeit für eine ausführliche Diskussion vorhanden. Zusammenfassend habe ich das Gefühl, dass mein Vorgehen und die bisherigen Resultate auf ein allgemein positives Echo stiessen. Neben einigen Hinweisen und Tipps wurde mir geraten, die Struktur der Arbeit, insbesondere die Aufteilung in einen organisatorischen und einen kulturgeschichtlichen Teil zu überdenken und den übergreifenden Kontext des Landesstreiks besser mit einzubeziehen. Vor allem die erste Empfehlung hat mir bislang etwas Kopfzerbrechen bereitet, da ich die bisherige Gliederung schon früh als brauchbar empfand und sie nun noch einmal grundlegend überprüfen muss, bevor ich mit dem Schreibprozess beginnen kann. Als Alternative schwebt mir im Moment ein chronologisches Strukturieren des Inhalts vor, wobei mir allerdings noch nicht klar ist, wie ich die verschiedenen Aspekte der von mir untersuchten Bürgerwehren in eine solche, sich am zeitlichen Verlauf orientierende Darstellungsform integrieren kann. In meinem Vortrag stellte ich einige meiner Meinung nach zentrale und besonders spannende Quellen vor, anhand denen ich mein Vorgehen und die bisherigen Erkenntnisse illustrierte. Vom Staatsarchiv Luzern habe ich die Erlaubnis erhalten, meine Präsentation und das begleitende Handout im Blog zu veröffentlichen – falls also Interesse besteht, werde ich in einem der nächsten Einträge einen entsprechenden Link zur Verfügung stellen.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Meine primären Quellen aus dem Archiv habe ich mittlerweile fast ausgewertet. Als besonders ergiebig haben sich dabei die Protokolle von Versammlungen und Kommissionssitzungen erwiesen, die einen Blick auf die Vorgänge innerhalb der Organisation ermöglichen und vom Sekretär der Bürgerwehr der Stadt Luzern (BWL) bis Ende 1921 verfasst wurden. Meine anfänglichen Probleme beim Entziffern seiner Handschrift lösten sich schnell, nachdem ich mich mit der seinerzeit gebräuchlichen Kurrentschrift vertraut gemacht hatte. Die Protokolle, drei kleine Bücher mit je etwa 100 Seiten sind wertvoll, da sie die bereits gefundenen Informationen ergänzen und auch über bislang kaum dokumentierte Aspekte, wie zum Beispiel die Beziehungen der BWL zu kantonalen oder städtischen Institutionen, viel Erhellendes beinhalten.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Neben der Quellenauswertung und -kritik habe ich nun mit dem Schreiben eines ersten Übersichtskapitels zu Untersuchungszeitraum und Thema auf Grundlage der Sekundärliteratur, die sich schon viel zu lange auf meinem Schreibtisch türmt, begonnen. Ich hoffe, so einen Einstieg in den Schreibprozess zu finden.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Die Wahl eines Schreibprogrammes für einen Text vom Umfang einer Lizentiatsarbeit ist durchaus keine triviale Entscheidung. Noch bevor ich mein definitives Thema fand, hatte ich einige Exemplare in Erwägung gezogen und mich schliesslich für die freie Software OpenOffice.org Writer entschieden, mit der ich schon bei früheren Arbeiten gute Erfahrungen gemacht hatte. Die jüngsten Entwicklungen im Gefolge der Übernahme von Sun Microsystems durch Oracle und die damit eingetretenen Veränderungen für die OpenOffice-Entwicklung haben mich jedoch veranlasst, meine Wahl noch einmal zu überdenken. Die längste Zeit meines Lebens als Autor von Texten habe ich Microsoft Office genutzt. Die dritte – und letzte – Aktivierung der Home Version von Office 2007 hat mich dann, auch aufgrund der gewöhnungsbedürftigen neuen Benutzeroberfläche, animiert, nach echten Alternativen Ausschau zu halten. In Betracht kamen dann eigentlich nur OpenOffice.org und LaTeX. Da für mich vor allem Bedienbarkeit, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit im Vordergrund standen, habe ich mich dann wie gesagt für ersteres entschieden. Gerne hätte ich mich in die allseits gelobte Komplexität und Vielseitigkeit eines Textsatzsystems eingearbeitet, doch der dafür nötige Aufwand, bei ungewissen Erfolgsaussichten, schreckte mich ab. Nun habe ich auch OpenOffice.org, gerechtfertigt oder nicht, das Vertrauen entzogen und bin auf IBM Lotus Symphony umgestiegen. Der Wechsel klingt radikaler als er tatsächlich ist. Symphony ist eigentlich nur eine von IBM-Entwicklern optisch leicht veränderte OpenOffice.org-Version. Dateiformate, Programmlogik und Funktionen bleiben praktisch gleich; ich konnte mit den alten Dokumenten ohne Zwischenfälle weiterarbeiten. Da ich die Ergänzungen, die Symphony dem Original angedeihen liess, durchaus sinnvoll finde und von einem Produkt mit dem altehrwürdigen Akronym IBM im Namen ein hohes Mass an Seriosität erwarte, werde ich fürs erste bei diesem, übrigens ebenfalls kostenlos verfügbaren, Programm bleiben und hoffe, dass die Entwickler es trotz der momentanen Unsicherheit um die Zukunft von Oracles OpenOffice.org und dem von diesem abgespaltenen LibreOffice sinnvoll weiterentwickeln.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Zum Schluss möchte ich noch auf eine weitere Änderung an der Software-Ausstattung meines Arbeitsgeräts hinweisen. Swiss Academic Software hat wie angekündigt vor kurzem die Version 3 von Citavi veröffentlicht. Das Update war für Studenten der Uni Zürich wiederum gratis. Meine ersten Eindrücke sind positiv; das Programm wurde durch einige bislang vermisste Funktionen erweitert und wirkt insgesamt übersichtlicher. Ein echtes Urteil kann ich mir allerdings erst bilden, wenn ich mich ausführlich mit dem neuen Citavi beschäftigt habe, wozu ich bis jetzt noch keine Zeit hatte.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><br />
</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Literaturhinweise:</strong></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong><br />
</strong></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Delumeau</strong>, Jean. <em>Angst im Abendland. Die Geschichte kollektiver Ängste im Europa des 14. bis 18. Jahrhunderts.</em> Reinbek bei Hamburg 1989.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Etter</strong>, Jann. <em>Armee und öffentliche Meinung in der Zwischenkriegszeit. 1918-1939. </em>Bern 1972.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Fenner</strong><em>, </em>Martin. <em>Partei und Parteisprache im politischen Konflikt. Studien zu Struktur und Funktion politischer Gruppensprachen zur Zeit des Schweizerischen Landesstreiks (1917-1919)</em>. Bern 1981.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Horat</strong>, Erwin. <em>&#8222;Gedenket heute unserer lieben Verstorbenen! Wählt nicht sozialistisch, wählt konservativ!!&#8220;. Die politische Landschaft der Zentralschweiz nach dem Ersten Weltkrieg zwischen grippetoten Soldaten und &#8222;bolschewistischer Gefahr&#8220;</em>. In: Der Geschichtsfreund. Mitteilungen des Historischen Vereins der Fünf Orte Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden ob dem Wald und nid dem Wald und Zug. Jahrgang 159. Altdorf 2006. S. 167-328.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Lepsius</strong>, M. Rainer. <em>Interessen, Ideen und Institutionen.</em> Wiesbaden 2009.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Wirsching</strong>. Andreas. <em>Neueste Zeit</em>. München 2009.</span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/lizweblog.wordpress.com/60/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/lizweblog.wordpress.com/60/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/lizweblog.wordpress.com/60/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/lizweblog.wordpress.com/60/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/lizweblog.wordpress.com/60/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/lizweblog.wordpress.com/60/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/lizweblog.wordpress.com/60/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/lizweblog.wordpress.com/60/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/lizweblog.wordpress.com/60/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/lizweblog.wordpress.com/60/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/lizweblog.wordpress.com/60/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/lizweblog.wordpress.com/60/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/lizweblog.wordpress.com/60/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/lizweblog.wordpress.com/60/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lizweblog.wordpress.com&amp;blog=12662424&amp;post=60&amp;subd=lizweblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Hirnvernagelte Knüppelgarden, Tagebücher und ein prominentes Mitglied</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Oct 2010 15:54:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>shadow071</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fundstück]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturhinweis]]></category>
		<category><![CDATA[Lizarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Quelle]]></category>

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		<description><![CDATA[Obwohl ich mich nach wie vor mit der im letzten Blogeintrag beschriebenen recht aufwändigen Zeitungsanalyse befasse, hat meine Arbeit doch in vielerlei Hinsicht Fortschritte gemacht. Allmählich nimmt die ganze Sache Formen an, Teile fügen sich zusammen und es entsteht ein immer klarer werdendes Bild von Aufbau und Inhalt der Arbeit, was mir Zuversicht gibt und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lizweblog.wordpress.com&amp;blog=12662424&amp;post=57&amp;subd=lizweblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><span style="font-size:small;">Obwohl ich mich nach wie vor mit der im letzten Blogeintrag beschriebenen recht aufwändigen Zeitungsanalyse befasse, hat meine Arbeit doch in vielerlei Hinsicht Fortschritte gemacht. Allmählich nimmt die ganze Sache Formen an, Teile fügen sich zusammen und es entsteht ein immer klarer werdendes Bild von Aufbau und Inhalt der Arbeit, was mir Zuversicht gibt und nicht zuletzt auch motiviert. Um im mikroskopischen Dickicht der Zeitungsartikel nicht den Überblick und den Bezug zu meinen Fragestellungen zu verlieren, habe ich auch immer wieder Arbeitsphasen eingeschoben, in denen ich mich anderen Quellen zuwandte oder mit Literatur zum Thema oder Theorie und Methode beschäftigte, was sehr reichhaltige Ergebnisse zu Tage förderte.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Zum einen bin ich in Luzern denjenigen Organisationen nachgegangen, welche zwar nicht direkt in die Aktivitäten der Bürgerwehren involviert waren, doch in personellen oder ideologischen Beziehungen zu diesen standen. Hier sind besonders die „Liga Schweizerischer Republikaner“, die städtischen und kantonalen politischen Institutionen, die „Neue Helvetische Gesellschaft“ und der „Gewerbeverband der Stadt Luzern“ zu nennen, wobei die beiden letzteren zumindest am Aufbau der Bürgerwehren mitgewirkt hatten. Die Bürgerwehr taucht in den jeweiligen Publikationen und Korrespondenzen zwar nur sehr selten auf, doch werfen diese ein wertvolles Licht auf die Motivationen, Ängste und Wahrnehmungen ihrer Mitglieder, die sich mit den von mir in den Bürgerwehr-Dokumenten festgestellten Mentalitäten an vielen Stellen überschneiden, und lassen somit die Hintergründe der Bewegung klarer erscheinen. Natürlich entstehen durch diese Ausweitung des Fokus meiner Arbeit viele neue Unklarheiten und Lücken, doch dürfte der Nutzen umso grösser sein, da ich zwar für den organisationalen Teil der Arbeit bereits viel Material gefunden habe, der mentalitätsgeschichtliche (und schwerer gewichtete) Teil aber noch mehr Quellen vertragen könnte.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Mit dem soeben Gesagten wird deutlich, dass ich sowohl Thema, als auch Zeitraum meiner Arbeit etwas anpassen musste. Ich werde mich nun ausschliesslich auf die Bürgerwehren mit Schwerpunkt Stadt Luzern zwischen 1918 und 1922 beschränken. Diese Entscheidung hat sowohl konzeptionelle als auch praktische Gründe; einige davon habe ich in den letzten Einträgen bereits angesprochen. Die Verschlankung meiner Arbeit löst unter anderem das Problem, dass die anderen Protestbewegungen der 20er-Jahre immer relativ schwer in das Konzept, das von Anfang an primär auf die Bürgerwehren zugeschnitten war, einzugliedern waren. Etwas unglücklich bin ich über die Notwendigkeit, die kantonalen Bürgerwehren nur oberflächlich und aus städtischer Perspektive betrachten zu können. Der Aufwand, die verstreuten Hinweise auf ihre Existenz zusammenzusuchen – ohne Garantie, das es brauchbare Quellen überhaupt noch gibt – würde den Rahmen meiner Lizarbeit leider sprengen. Exemplarisch kann hier das Beispiel der Bürgerwehr Entlebuch gelten: Aus Otto Wickis 2008 erschienenem Buch „Der erste Weltkrieg. Die Entlebucher an der Landesgrenze“ konnte ich einige Auszüge aus dem Tagebuch des Entlebucher Bürgerwehr-Kommandanten Alfred Ackermann entnehmen; genau die Art von Quelle, die mir bislang gefehlt hatte und für die Erforschung der ländlichen Bürgerwehren wohl sehr nützlich gewesen wäre – ein Glücksfall. Leider musste ich wenig später erfahren, dass Ackermanns Aufzeichnungen, die sich die ganze Zeit über nicht im Archiv- sondern Privatbesitz befanden, mittlerweile verloren gingen und ich mit den zitierten Stellen und den in Luzern vorhandenen Dokumenten auskommen muss.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Die Entschädigung für diese Enttäuschung lies erfreulicherweise nicht allzu lange auf sich warten. Bei einer spontanen, mehr als Fluchtversuch aus der Zeitungslektüre gestarteten Recherche bei Google Books mit den Stichwörtern „Bürgerwehr“ und „Luzern“ stiess ich auf eine umfangreiche Biographie des Literaturnobelpreisträgers Carl Spitteler, der in Luzern seinen Lebensabend verbracht und zu Beginn des Weltkriegs mit der Schrift „Unser Schweizer Standpunkt“ einiges Aufsehen erregt hatte. Was ich bereits vermutet hatte, konnte durch das rasch besorgte Buch bestätigt werden. Carl Spitteler war tatsächlich im März 1919 der „Bürgerwehr der Stadt Luzern“ beigetreten und hatte Schläger, Armbinde und Legitimationskarte erhalten. Was ich genau mit dieser Information anfange, weiss ich noch nicht genau, ich werde zumindest versuchen aus Spittelers Nachlass etwas über seine Mitgliedschaft herauszufinden (Dem Autor der Biographie war diese kaum eine Fussnote wert). Das ein solches intellektuelles Schwergewicht wie Spitteler, einer der wichtigsten schweizerischen Autoren der Jahrhundertwende, sich der Bürgerwehr anschloss, rückt die ganze Organisation in ein neues, spannendes Licht. Sobald ich die erste Phase der Zeitungsanalyse bis Ende 1919 abgeschlossen habe, werde ich mich eingehender mit dem prominenten Mitglied befassen.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Weshalb ich den Zeitungen so viel Arbeitszeit widme, wird deutlich, wenn man sich die Fülle der Quellen anschaut, die sich dabei offenbaren. Vor allem der sozialdemokratische „Centralschweizerische Demokrat“ befasst sich in fast jeder Ausgabe einmal mit der Bürgerwehr. Dabei zeigt sich eine riesige Menge organisatorischer und mentalitätsgeschichtlicher Aspekte, sowohl über die Bürgerwehr selbst, als auch über ihre Kritiker und Unterstützer. Nicht zuletzt erhalten dabei auch diverse Personen ein (parteilich gefärbtes) Gesicht, die ich bislang nur als Unterschrift von den Bürgerwehr-Dokumenten kannte. Darauf werde ich aber erst beim nächsten Mal genauer eingehen. Das gleiche gilt auch für meine Gedanken zur Beziehung zwischen den Bürgerwehren und der konservativen Bewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Schweiz.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><br />
</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Literaturhinweise:</strong></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong><br />
</strong></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Bussmann</strong>, Roman. <em>Die Luzerner Grossstadtratswahlen 1832-1991.</em> Luzern im Wandel der Zeiten Bd. 6. Luzern 1992.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Cuoni</strong>, Roland/<strong>Pfister</strong>, Hans. <em>Maihof-Rotsee. Geschichte und Eigenart eines Quartiers.</em> Luzern 1980.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Gewerbeverband der Stadt Luzern</strong> (Hg.). <em>Das Gewerbe. Offizielles Organ des Gewerbeverbandes der Stadt Luzern.</em> Luzern 1916-1957.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Gruner</strong>, Erich. <em>Die Parteien in der Schweiz.</em> Bern 1977.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Imboden</strong>, Max. <em>Helvetisches Malaise.</em> Zürich 1964.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Kaltenbrunner</strong>, Gerd-Klaus. <em>Rekonstruktion des Konservatismus.</em> Freiburg im Breisgau 1972.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Stauffacher</strong>, Werner. <em>Carl Spitteler.</em> Zürich 1973.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Thürer</strong>, Andreas. <em>Der Schweizerische Vaterländische Verband und die in ihm zusammengeschlossenen Bürgerwehren 1919-1923.</em> Lizentiatsarbeit. Basel 1978.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Tschopp</strong>, Silvia Serena. <em>Kulturgeschichte.</em> Basistexte Geschichte Bd. 3. Stuttgart 2008.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Tschopp</strong>, Silvia Serena/<strong>Weber</strong>, Wolfgang. <em>Grundfragen der Kulturgeschichte.</em> Darmstadt 2007.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Wicki</strong>, Otto. <em>Der erste Weltkrieg. Die Entlebucher an der Landesgrenze.</em> Schüpfheim 2008.</span></p>
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		<title>Im Blätterwald</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 09:03:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>shadow071</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lizarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Quelle]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Luzerner Tageszeitungen haben sich als ebenso interessante wie arbeitsintensive Quellen erwiesen, die mich aber auf den Spuren der Luzerner Bürgerwehren ein ganzes Stück weiter gebracht haben. Obwohl ich in den letzten zwei Wochen vorerst nur die in der ZHB Luzern auf Mikrofilm archivierten Ausgaben der „Luzerner Neuesten Nachrichten“ ansatzweise durchforsten konnte, stiess ich schon [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lizweblog.wordpress.com&amp;blog=12662424&amp;post=52&amp;subd=lizweblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><span style="font-size:small;">Die Luzerner Tageszeitungen haben sich als ebenso interessante wie arbeitsintensive Quellen erwiesen, die mich aber auf den Spuren der Luzerner Bürgerwehren ein ganzes Stück weiter gebracht haben. Obwohl ich in den letzten zwei Wochen vorerst nur die in der ZHB Luzern auf Mikrofilm archivierten Ausgaben der „Luzerner Neuesten Nachrichten“ ansatzweise durchforsten konnte, stiess ich schon auf eine ganze Menge Artikel und Inserate, die sich mit den Bürgerwehren, ihrem organisatorischen Umfeld und der soziopolitischen Lage nach dem Ersten Weltkrieg in Stadt und Kanton Luzern befassen.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Die LNN (1995 mit der „Luzerner Zeitung“ zur „Neuen Luzerner Zeitung fusioniert“) waren die einzige parteilich unabhängige der vier (!) Stadtluzerner Tageszeitungen, die im von mir untersuchten Zeitraum erschienen. Eindeutig der katholisch-konservativen Sache verpflichtet war dagegen das „Vaterland“, während den Liberalen das „Luzerner Tagblatt“ und den Sozialdemokraten der „Centralschweizerische Demokrat“ als Presseorgane dienten. Wie ich festgestellt habe, ermöglichen diese Zeitungen einen einzigartigen und tiefschürfenden Einblick in die Lebenswelten, Perspektiven und Probleme ihrer Entstehungszeit, besonders wenn man sich verdeutlicht, dass die tägliche Zeitung mangels heute so selbstverständlicher Massenmedien und Kommunikationsmöglichkeiten damals für viele Menschen wohl noch die primäre Quelle für Informationen über Ereignisse in der Welt waren (Kino, Telegraf und Telefon setzten sich gerade erst durch; Radio, Fernsehen und Internet waren noch mehr oder weniger weit entfernt). Der Anteil der Meldungen mit internationalem Bezug und die bereits deutlich zutage tretende globalisierte und vernetzte Welt haben mich insofern sehr überrascht. Artikel zum Ausgang des Weltkriegs, zur Gestaltung einer neuen internationalen Ordnung und zur globalen Wirtschaftsentwicklung nehmen einen grossen Teil der mit etwa sechs bis zehn Seiten relativ kurzen Zeitungsausgaben ein. Erstaunlich ist auch das starke Interesse zumindest der LNN an den Vereinigten Staaten. Meldungen über Vorgänge in den USA – wirtschaftlich, politisch oder sozial – sind überaus häufig Thema vieler, wenn auch kurzer, Artikel und amerikanische Politiker werden gar nicht erst mit Titel oder Funktion eingeführt. Da heisst es dann knapp: „Wilson reist zur Friedenskonferenz“, der Leser musste also schon wissen, dass hier vom amerikanischen Präsident die Rede ist; Bundes- und Regierungsräte werden dagegen stets als solche vorgestellt.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Auch die Bürgerwehren sind ein Thema in den LNN, wenn auch etwas weniger stark, als ich mir anfangs erhofft hatte. Wie auch aus den Quellen im Staatsarchiv hervorgeht, warb schon während des Landesstreiks im November 1918 der „Gewerbeverband der Stadt Luzern“ per Inserat unter Vereinen und patriotischen Zeitgenossen um Unterstützung für die Gründung einer Organisation zur Verteidigung der Schweiz gegen die bolschewistische Revolution. Bis Jahresende blieb es dann bei einigen kurzen Meldungen über die Gründung verschiedener Schweizer Bürgerwehren. Auffällig ist, dass die Bürgerwehr der Stadt Luzern selbst kaum mehr publizistisch in Erscheinung trat. Während das Luzerner Vereinswesen sonst in allen Einzelheiten dargestellt wurde, gab es kaum Berichte über Versammlungen oder Aktivitäten der Bürgerwehr und keine Informationen über die zahlreichen bis zum Frühling 1919 gegründeten Bürgerwehren im Kanton. Auch in politischen Debatten kommen die Organisationen leider nicht zur Sprache; sie werden fast immer kommentarlos genehmigt. Es scheint, als ob hier gezielt versucht wurde, zu viel öffentliche Aufmerksamkeit zu vermeiden. Prominente Mitglieder treten dafür in anderen Kontexten auf, zum Beispiel bei Vorträgen über die Gräuel der Revolution in Russland oder im Grossen Stadtrat.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Erst Ende Januar 1919 sehen sich die LNN erstmals veranlasst, die Bürgerwehr gegen Kritik von sozialdemokratischer Seite zu verteidigen. Hier wird deutlich, dass eine eigentliche Bürgerwehr-Diskussion erst durch Kritik vom „Centralschweizerischen Demokrat“ oder von sozialdemokratischen Parlamentariern angestossen wurde, auf welche die bürgerliche Presse dann stets mit Gegenargumenten und einhelliger Unterstützung für die Organisation reagierten. Die eigentlich nicht parteigebundenen LNN machten hier anfangs keine Ausnahme. Der Leserschaft wurde wiederholt versichert, dass die Bürgerwehren rein defensiven Charakter tragen, parteilich streng neutral sind und im Sinne von Verfassung und Gemeinwohl agieren. Im Frühling 1919 relativierte sich diese Tendenz langsam. Zwar wurde die Luzerner Bürgerwehr nicht direkt in Frage gestellt, dafür setzten sich immer öfter Leitartikel ausführlich für den sozialen Frieden ein und warnten vor einem Bürgerkrieg, sollte sich die Polarisierung zwischen Arbeiterschaft und Bürgertum weiter verschärfen. Die Bürgerwehren wurden hier als gefährliche Elemente identifiziert, die eher zur Eskalation als zur Entspannung der Lage beitrugen. In den mahnenden Aufrufen zur Besinnung auf der einen und den Verteidigungen gegen Kritik auf der anderen Seite klingen gewisse Widersprüche in der Redaktion der Zeitung an, denen ich noch weiter nachgehen möchte. Über die Beziehungen der Bürgerwehren zur Aussenwelt und ihre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit geben die Zeitungen also einigen Aufschluss. Ihre internen Vorgänge werden aber bedauerlicherweise (noch) nicht klarer sichtbar.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Es überrascht natürlich nicht, dass die schärfste Kritik an den Bürgerwehren und den mit ihnen in Verbindung stehenden bürgerlichen Organisationen vom „Centralschweizerischen Demokrat“ stammte. Diese Zeitung, die in der ZHB als einzige noch im Original verfügbar ist, werde ich als nächstes betrachten. Die Zeitungs-Analyse ist wie erwähnt eine äusserst zeitraubende Beschäftigung und da ich jede einzelne Ausgabe nach den interessanten Inhalten durchsehen muss, werde ich mich wohl auf die Jahre 1918-1920 beschränken, um nicht zu viel Zeit zu verlieren. Ich hoffe, dass danach noch genug Zeit bleibt, um auch „Vaterland“ und „Tagblatt“ auszuwerten. Unglücklicherweise sind deren digital archivierten Exemplare, wie ich feststellen musste, von äusserst schlechter Qualität und für meinen Untersuchungszeitraum schlichtweg unbrauchbar. Da leider keine Mikrofilme dieser Zeitungen vorliegen und die Originale infolge Verfallserscheinungen nicht mehr zugänglich sind, muss ich wohl oder übel auf die Schweizerische Nationalbibliothek in Bern ausweichen, wo noch Mikrofilme vorhanden sein sollen. Das derart wichtige Quellen wie die städtischen Tageszeitungen in der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern nicht mehr in lesbarer Form vorliegen, finde ich äusserst ärgerlich.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Auf den Nachweis sämtlicher bislang gefundenen Zeitungsartikel und Quellen verzichte ich an dieser Stelle; sie werden in meiner fertigen Arbeit vollständig verzeichnet sein.</span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/lizweblog.wordpress.com/52/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/lizweblog.wordpress.com/52/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/lizweblog.wordpress.com/52/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/lizweblog.wordpress.com/52/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/lizweblog.wordpress.com/52/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/lizweblog.wordpress.com/52/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/lizweblog.wordpress.com/52/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/lizweblog.wordpress.com/52/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/lizweblog.wordpress.com/52/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/lizweblog.wordpress.com/52/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/lizweblog.wordpress.com/52/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/lizweblog.wordpress.com/52/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/lizweblog.wordpress.com/52/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/lizweblog.wordpress.com/52/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lizweblog.wordpress.com&amp;blog=12662424&amp;post=52&amp;subd=lizweblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Die Quellen</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 07:30:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>shadow071</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundstück]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturhinweis]]></category>
		<category><![CDATA[Quelle]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach längerer Abwesenheit im Blog möchte ich nun darlegen, wie sich meine Arbeit in den letzten Wochen entwickelt hat. Mein Konzept wurde in der Besprechung vom Professor angenommen und er gab mir einige Hinweise, welchen Aspekten ich besondere Aufmerksamkeit schenken könnte und wo mögliche Probleme liegen könnten. Er riet mir, mich thematisch, zeitlich und methodisch [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lizweblog.wordpress.com&amp;blog=12662424&amp;post=48&amp;subd=lizweblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><span style="font-size:small;">Nach längerer Abwesenheit im Blog möchte ich nun darlegen, wie sich meine Arbeit in den letzten Wochen entwickelt hat. Mein Konzept wurde in der Besprechung vom Professor angenommen und er gab mir einige Hinweise, welchen Aspekten ich besondere Aufmerksamkeit schenken könnte und wo mögliche Probleme liegen könnten. Er riet mir, mich thematisch, zeitlich und methodisch noch weiter einzuschränken, da ich sonst Gefahr liefe, mich in den vielen von mir vorgeschlagenen Fragen und Ansätzen zu verlieren. In den letzten Wochen, in denen ich mit vor allem mit der (recht spärlichen) Literatur zum Thema und der Auswertung der Quellen im Staatsarchiv befasst habe, ist diese Problematik deutlich geworden.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Das erste grundlegende Problem betrifft die Zahl der zu untersuchenden „Protestbewegungen“. Ursprünglich war ich davon ausgegangen, neben den bereits äusserst zahlreichen Bürgerwehren (Aus den Dokumenten im Staatsarchiv geht allein für das Amt Luzern die Existenz von Bürgerwehren in Adligenswil, Buchrain, Dierikon, Ebikon, Gisikon, Greppen, Honau, Horw, Kriens, Littau/Emmenbrücke, Luzern, Malters, Meggen, Meierskappel, Root, Schwarzenberg, Udligenswil, Vitznau und Weggis hervor, wobei der tatsächliche Organisationsgrad allerdings offen bleibt), die zwischen 1918 und 1920 entstanden, auch andere bürgerliche Gruppierungen und möglicherweise auch Arbeiterbewegungen der 20er-Jahre in die Untersuchung mit einzubeziehen, sofern sie brauchbare Quellen hinterlassen hatten. Ich nahm alle diese Organisationen als Manifestationen eines von Unsicherheit, sozialen und politischen Konflikten sowie Gewalt geprägten Zeitabschnitts war, die sich gemeinsam untersuchen, vergleichen und kontextualisieren lassen würden. Dieses Vorhaben stellt sich mittlerweile als immer weniger realistisch dar, weshalb ich mich zunächst auf (rechts-)bürgerliche Organisationen und letztlich wohl nur auf die Bürgerwehren beschränken werde.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Der Zeitrahmen von 1918 bis 1925 erschien mir anfangs noch durchaus zu bewältigen. Da ich nun jedoch die drei grössten Luzerner Tageszeitungen und möglicherweise noch weitere Publikationen der Zeit nach Informationen über mein Thema durchforsten möchte, sind wohl auch hier Abstriche nötig. Unsicher bin ich auch, inwiefern ich die nicht online erschlossenen Gemeinde- und Firmenarchive in die Arbeit einbeziehen sollte. Es ist durchaus möglich, dass sich dort interessante Dokumente über die Bürgerwehren befinden, allerdings gibt es dafür keinerlei Garantie.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Hierin klingt bereits die zweite Hürde an, die mir momentan etwas Kopfzerbrechen bereitet. Ich habe nun fast alle im Staatsarchiv vorhandenen Dokumente, die sich mit den Bürgerwehren befassen durchgearbeitet, in meine Datenbank aufgenommen und fotografisch festgehalten. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um drei verschiedene Bestände. Da ist zum ersten die nach meiner Einschätzung lückenlose Sammlung verschiedenster Schriftstücke, Rechnungen, Protokolle, Notizen usw. der Bürgerwehr der Stadt Luzern, die irgendwann in das Archiv des kantonalen Zeughaus übermittelt wurde. Diese Dokumente stammen allem Anschein nach aus dem Besitz des Bürgerwehr-Sekretärs und umfassen einen Zeitraum von den ersten Treffen bereits während des Landesstreiks bis zum 31. Dezember 1921. Dann bricht die Sammlung aus unerfindlichen Gründen jedoch plötzlich ab. Einzig eine Reihe von Briefen und Schriftstücken des SVV, darunter viele Bulletins, Mitteilungen und Propagandaschriften, die sich jedoch mehr auf die gesamt-schweizerische und internationale Situation, als auf den Kanton Luzern im einzelnen beziehen stammt aus der Zeit nach 1921. Während sich für die Zeit unmittelbar nach der Gründung also praktisch jede bezahlte Flasche Wein und jeder Briefwechsel nachzeichnen lässt, gibt es über die Zeit der allmählichen Auflösung kaum Anhaltspunkte. Zweifellos sind viele dieser Dokumente äusserst hilfreich, doch gerade zu Spannungen innerhalb der Organisation und den Weltsichten ihrer Mitglieder sagen sie nach einer ersten Analyse leider relativ wenig aus; viele Fragen zur Entwicklung der Bürgerwehr bleiben offen. Auf einer Mappe aus dem Militär- und Polizeidepartement des Kantons Luzern zur Bürgerwehr wurde nur knapp vermerkt „Aus der Pflicht entlassen, d.h. aufgelöst ca. 1928“, mehr konnte ich dazu bisher nicht in Erfahrung bringen.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Ein zweiter Quellenbestand stammt vom „Kantonalen Komitee luzernischer Bürgerwehren“, einer Dachorganisation, die ab Herbst 1919 die Zusammenarbeit und den Aufbau der Bürgerwehren im Kanton organisieren sollte und wohl auch für die Kommunikation mit dem SVV zuständig war. Diese Dokumente stammen wohl grösstenteils aus dem Besitz ihres ersten Präsidenten, dem Krienser Major Burri und seiner Nachfolger, wobei ihre Frequenz nach 1921 stark abnimmt. Besonders interessant ist ein letzter Brief an das Staatsarchiv Luzern vom Februar 1946 aus dem hervor geht, dass schon drei Jahre zuvor vom „kantonalen Komitee“ niemand mehr auffindbar war, dem der Nachlass des zwischenzeitlichen Aktuars Isidor Ackermann aus Entlebuch hätte übergeben werden können.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Ein letzter Archivbestand wurde schliesslich vom Luzerner Militär- und Polizeidepartement gesammelt. Hierin lassen sich eine Vielzahl von Anträgen verschiedener Gemeinden zur Genehmigung ihrer jeweiligen Bürgerwehren finden, wobei in einigen Fällen das Reglement der lokalen Bürgerwehr beigelegt wurde, was einen Vergleich der verschiedenen Organisationsformen ermöglicht. Auch die Diskussion der Bewaffnung und Versicherung im Fall eines Einsatzes auf der kantonalen und Bundesebene wird deutlich. Daneben gibt es verschiedene interessante Anfragen und Aufrufe, mit denen private Organisationen und Behörden anderer Kantone an das Departement und den Regierungsrat herangetreten sind. All dies umfasst wiederum nur den Zeitraum 1918-1920.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Da ich einigermassen sicher bin, alle Quellen im Staatsarchiv, die sich mit der Bürgerwehr und der bürgerlichen Reaktion auf die sozialen Konflikte der Nachkriegszeit befassen, gefunden zu haben, stellt sich nun die Frage, ob ich meinen Untersuchungszeitraum der Quellenlage anpassen oder an anderen Orten nach neuem Material suchen soll.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Die heutigen Literaturhinweise befassen sich nicht direkt mit der Situation in Luzern, sondern mit ähnlichen Entwicklungen im schweizerischen und internationalen Umfeld. Die Entstehung des „Schweizerischen Vaterländischen Verbandes“ ist untrennbar mit der Biographie des Aarauer Chirurgen Eugen Bircher verbunden, dessen Initiant und erster Präsident er war. Birchers Wirken im Kontext der Bürgerwehren hat Daniel Heller dargestellt. Bürgermilizen zum Schutz vor der Revolution entstanden gegen Ende des Ersten Weltkriegs nicht nur in der Schweiz sondern in ganz Europa. Aufstieg, Einfluss und Fall der „Einwohnerwehren“ Bayerns, wo die Lage 1919 nach der blutig niedergeschlagenen „Münchner Räterepublik“ und dem „Spartakusaufstand“ besonders kritisch war, hat David C. Large sehr detailreich untersucht. Extremistische und paramilitärisch organisierte Bürgerorganisationen in einem gänzlich anderen Kontext analysierten Ray Abrahams, Richard M. Brown und Robert H. Churchill. „Vigilantism“ und „militia movements“ sind ebenso kontroverse wie problematische soziale Phänomene, die ihre konzeptionellen Wurzeln in der Zeit des nordamerikanischen Unabhängigkeitskrieges und der darauf folgenden Konsolidierung der Vereinigten Staaten haben und sich auf ein verfassungsmässiges Bürgerrecht zur Rebellion gegen tyrannische Herrschaft berufen. In Erscheinung getreten sind diese Bewegungen, die sich durch eine kategorische Ablehnung eines starken Zentralstaates, sowie teilweise auch rassistisches und rechtsextremistisches Gedankengut auszeichnen, besonders im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts. Angesichts des Mangels an Literatur im deutschsprachigen Raum und der strukturellen und inhaltlichen Parallelen die sich zu den Luzerner Protestbewegungen finden lassen, ist es interessant, die Erkenntnisse, Analysemethoden und Kategorien dieser Titel in die Arbeit einzubeziehen und Vergleiche anzustellen.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><br />
</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Literaturhinweise:</strong></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong><br />
</strong></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Abrahams</strong>, Ray. <em>Vigilant Citizens. Vigilantism and the state.</em> Cambridge 1998.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Brown</strong>, Richard Maxwell. <em>Strain of Violence. Historical studies of American violence and vigilantism.</em> New York 1975.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Churchill</strong>, Robert H. <em>To shake their guns in the tyrant&#8217;s face. Libertarian political violence and the origins of the militia movement.</em> Ann Arbor 2009.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Grossenbacher</strong>, Walter. <em>Die Bürgerwehr der Stadt Bern während des Landesstreiks 1918 und in den Jahren danach.</em> Unveröffentlichte Proseminararbeit im Staatsarchiv Bern. Bern 1986.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Heller</strong>, Daniel. <em>Eugen Bircher. Arzt, Militär und Politiker. Ein Beitrag zur Zeitgeschichte.</em> Zürich 1988.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Kunz</strong>, Hans B. <em>Weltrevolution und Völkerbund. Die schweizerische Aussenpolitik unter dem Eindruck der bolschewistischen Bedrohung, 1918-1923.</em> Bern 1981.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Large</strong>, David C. <em>The politics of law and order. A history of the Bavarian Einwohnerwehr, 1918-1921.</em> Transactions of the American Philosophical Society Vol. 70. Philadelphia 1980.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Weber</strong>, Karl. <em>Vaterländische Besinnung.</em> Aarau 1935.</span></p>
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		<title>Das Konzept</title>
		<link>http://lizweblog.wordpress.com/2010/06/12/das-konzept/</link>
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		<pubDate>Sat, 12 Jun 2010 11:55:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>shadow071</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Lizarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Methode]]></category>
		<category><![CDATA[Quelle]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist bereits mehr als ein Monat seit meinem letzten Blogeintrag vergangen und es besteht dementsprechend erheblicher Nachholbedarf. Gleich nachdem ich mich schliesslich für ein Thema entschieden und dafür grünes Licht bekommen hatte, begann ich mit einer ersten Auswertung des Quellenmaterials aus dem Staatsarchiv. Zunächst erstellte ich eine Liste mit allen Beständen, die – gemäss [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lizweblog.wordpress.com&amp;blog=12662424&amp;post=45&amp;subd=lizweblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><span style="font-size:small;">Es ist bereits mehr als ein Monat seit meinem letzten Blogeintrag vergangen und es besteht dementsprechend erheblicher Nachholbedarf. Gleich nachdem ich mich schliesslich für ein Thema entschieden und dafür grünes Licht bekommen hatte, begann ich mit einer ersten  Auswertung des Quellenmaterials aus dem Staatsarchiv.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Zunächst erstellte ich eine Liste mit allen Beständen, die – gemäss der Kurzbeschreibung aus dem Katalog des Archivs – für mich interessant sein dürften. Die Quellen, es handelt sich in den meisten Fällen um hand- oder maschinengeschriebene Dokumente, sind chronologisch oder nach Themenbereichen in Mappen abgelegt, die durch eine Signatur für eine bestimmte Provenienz ausgewiesen werden. Die Mappe „A 1324/134“ zum Beispiel stammt von der Zeughausverwaltung und beinhaltet  ein Verzeichnis der Bestände der bewaffneten Gruppen, verschiedene Listen, Austritte und Anmeldungen in die Bürgerwehr von 1918 – 1920. Sie ist ausserdem Teil der erst vor kurzem ins Staatsarchiv übernommenen Dokumentensammlung „A 1324“, die nach Angaben des Archivs noch nie für die historische Forschung benutzt wurde. Ich arbeite nun also Mappe für Mappe durch, baue eine Datenbank auf, in die ich für jedes Dokument Herkunft, Datum und einige Notizen zum Inhalt eintrage und fotografiere alle Quellen, die ich für besonders wertvoll erachte, um sie später beim Schreiben der Arbeit immer zur Hand zu haben. Als Herausforderung haben sich die vielen handgeschriebenen Briefe und Protokolle erwiesen. Sie sind einerseits spannend, weil sie oft eindeutig einer Person zugewiesen werden können und einen Blick auf die inoffiziellen, individuellen Prozesse in den untersuchten Organisationen ermöglichen; andererseits ist das Entziffern von bislang mehr als einem Dutzend Handschriften äusserst zeit- und konzentrationsraubend. Ein Mitarbeiter im Staatsarchiv meinte zwar, das Verstehen von Handschriften sei nur eine Frage der Übung, ich bin mir aber nicht sicher, ob ich dazu nicht doch noch professionelle Unterstützung brauche.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Die Auswertung des Quellenmaterials bot nicht nur eine erste Begegnung mit dem konkreten Stoff, aus dem Historiker die Geschichte formen, sondern half auch, die Fragestellungen und methodischen Ansätze für das Konzept zu formulieren. Grundsätzlich möchte ich mein Thema aus zwei theoretischen Perspektiven betrachten. Eine kulturgeschichtliche Perspektive soll den Schwerpunkt auf Bedrohungswahrnehmung, Ziele, Praktiken, Weltbilder, Selbstverständnis und Selbstdarstellung der Protestbewegungen wie auch ihrer einzelnen Mitglieder legen. Einige Fragen dazu habe ich bereits die beiden letzten Male formuliert. Besonders wichtig ist mir die Unterscheidung zwischen Auftritt und Wahrnehmung der Organisationen in der Öffentlichkeit und den konkurrierenden Haltungen, Zielen und Deutungen der einzelnen Mitglieder und den daraus entstehenden internen Konflikten. Mit Blick auf die diskursive Konstruktion von Wirklichkeit sowohl innerhalb der Organisationen, wie auch in der Öffentlichkeit, möchte ich Symbole, Schemata und Referenzen herausarbeiten, wobei auch die Berücksichtigung des politischen und kulturellen Kontextes notwendig ist.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Um den strukturellen Aufbau der Bewegungen, die Entscheidungs- und Verteilungsprozesse in ihnen, ihre Funktionslogiken und Beziehungen zur Umwelt zu verstehen und darzustellen, möchte ich auf Verfahren der Organisationssoziologie zurückgreifen, wie sie von Günter Endruweit und Peter Preisendörfer vorgeschlagen werden. Endruweits systemtheoretische Organisationsanalyse legt den Schwerpunkt dabei auf interne Strukturzusammenhänge, die Interaktion mit der Organisationsumwelt und den Organisationswandel, während das von Preisendörfer vorgestellte Modell eine theoretische Grundlage für das Verständnis von Organisationsproblemen von der Gründung bis zur Verteilung der geschaffenen Ressourcen bietet. Da ich mich voraussichtlich vor allem mit Organisationen beschäftigen werde, finde ich es sinnvoll, einen soziologischen Ansatz zu wählen, der zwar nicht aus der historischen Forschung stammt, sich aber auf die Analyse von korporativen Akteuren spezialisiert hat.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Abschliessend möchte ich den Fokus noch auf den strukturellen, praktischen und programmatischen Wandel legen und herausfinden, wie sich die Protestbewegungen in der kurzen Zeit ihres Bestehens verändert haben und weshalb sie so schnell wieder an Bedeutung verloren und ihre Aktivitäten einstellten.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Obwohl ich bereits einige Literatur zu den theoretischen Ansätzen gelesen und mir viele Gedanken zu möglichen Forschungsfragen und einzelnen Aspekten gemacht habe, bin ich mir noch nicht wirklich sicher, wie ich genau vorgehen und die Arbeit strukturieren soll. Einerseits hängt viel vom Quellenmaterial ab. Wenn sich die gestellten Fragen daraus gar nicht beantworten lassen, hilft auch die ambitionierteste Theorie nicht weiter. Die Arbeit dürfte sich deshalb mit der Auswertung der Quellen ständig verändern. Andererseits habe ich zwar (wieder einmal) viele Ideen und Überlegungen, wo ich anknüpfen, was ich genauer untersuchen könnte, es fiel mir aber recht schwer, diese zu einem schlüssigen Konzept zu verarbeiten und mit jedem Buch, das ich zum Thema lese, scheint die Geschichte verworrener zu werden. Ich hoffe, dass sich die momentan herrschende Desorientierung, mit der Zeit wieder aufklären wird. Jedenfalls habe ich nun mein Arbeitskonzept, in dem ich meinen Plan noch ausführlicher als hier vorzustellen versucht habe, nun eingereicht und bin gespannt, wie der Professor darauf reagieren wird.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><br />
</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Literaturhinweise:</strong></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong><br />
</strong></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Endruweit</strong>, Günter. <em>Organisationssoziologie.</em> Stuttgart 2004.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Gautschi</strong>, Willi. <em>Geschichte des Kantons Aargau.</em> 1885-1953. Baden 1978.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Greminger</strong>, Thomas. <em>Ordnungstruppen in Zürich. Der Einsatz von Armee, Polizei und Stadtwehr Ende November 1918 bis August 1919.</em> Basel und Frankfurt am Main 1990.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Jansen</strong>, Dorothea. <em>Einführung in die Netzwerkanalyse. Grundlagen, Methoden, Forschungsbeispiele.</em> Wiesbaden 2006.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Landwehr</strong>, Achim. <em>Kulturgeschichte</em>. Stuttgart 2009.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Preisendörfer</strong>, Peter. <em>Organisationssoziologie. Grundlagen, Theorien und Problemstellungen.</em> Wiesbaden 2005.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Schmid</strong>, Hanspeter. <em>Krieg der Bürger. Das Bürgertum im Kampf gegen den Generalstreik 1919 in Basel.</em> Zürich 1980.</span></p>
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		<title>Beginn der nächsten Phase</title>
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		<pubDate>Sat, 08 May 2010 09:53:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>shadow071</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lizarbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Der erste Meilenstein ist erreicht, das Thema steht fest. Es lautet provisorisch: &#8222;Bürgerwehren, Protestbewegungen und Unruhen in Luzern 1918-1925&#8243;. Im Gegensatz zu den vorher ins Auge gefassten Themen habe ich hierzu noch vergleichsweise wenig Literatur gefunden. Als Ausgangspunkt dient die bis heute wahrscheinlich schwerste innenpolitische Krise seit Gründung des Bundesstaates, die ihren Höhepunkt im Landesstreik [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lizweblog.wordpress.com&amp;blog=12662424&amp;post=41&amp;subd=lizweblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><span style="font-size:small;">Der erste Meilenstein ist erreicht, das Thema steht fest. Es lautet provisorisch: <strong>&#8222;Bürgerwehren, Protestbewegungen und Unruhen in Luzern 1918-1925&#8243;</strong>. Im Gegensatz zu den vorher ins Auge gefassten Themen habe ich hierzu noch vergleichsweise wenig Literatur gefunden. Als Ausgangspunkt dient die bis heute wahrscheinlich schwerste innenpolitische Krise seit Gründung des Bundesstaates, die ihren Höhepunkt im Landesstreik vom November 1918 erreichte. Von diesem handelt bereits eine Reihe von Untersuchungen, darunter auch jene von Joe Schelbert, der sich ausführlich mit den Ereignissen in der Agglomeration Luzern aus der Sicht der Streikenden befasste und dabei viel Quellenmaterial auswertete. Dabei erwähnt er auch, dass schon kurz nach Beginn des landesweiten Streiks die Luzerner Industriellenvereinigung mit der Bitte an den Regierungsrat des Kantons herantrat, zum Schutz der Betriebe und des noch arbeitswilligen Personals eine Bürgerwehr aufzustellen die jene Aufgabe übernehmen sollte, zu der sich die in der Stadt stationierten Armeeeinheiten ausserstande sahen. Nach anfänglichem Zögern wurde die Luzerner Bürgerwehr dann zu Jahresende bewilligt und ihr überdies das Recht gewährt, im Ernstfall Waffen und Munition aus den Beständen der Armee „auszuleihen“, sowie bei ihren Aktionen zum Schutz von Ruhe und Ordnung gegen revolutionäre Kräfte relativ autonom vorgehen zu dürfen. Schelbert bezeichnet dies als Schaffung eines „Staats im Staat“.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Die städtische Bürgerwehr schloss sich schliesslich dem „Schweizerischen Vaterländischen Verband“ an, einer 1919 gegründeten Organisation, die sich als „bürgerlicher Schutzwall gegen jede Form von Sozialismus“ die Verteidigung des Bundesstaates zur Aufgabe gemacht hatte. Der SVV versuchte nicht nur die landesweit gegründeten Bürgerwehren zu bündeln und zu koordinieren, sondern baute darüber hinaus mit gleichgesinnten Organisationen aus dem Ausland einen internationalen Nachrichtendienst auf, der nicht zuletzt auch eng mit Behörden wie der Bundesanwaltschaft zusammenarbeitete. Ausserdem versuchte er auf die nationale Politik in seinem Sinne Einfluss zu nehmen. Die Tätigkeiten des SVV, der im Verlauf der 20er-Jahre stetig an Bedeutung verlor und schliesslich 1948 aufgelöst wurde, wird im Moment von Andreas Thürer untersucht.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Je länger ich mich mit dem gewählten Thema beschäftige, umso interessanter wird es, um so mehr Aspekte eröffnen sich, die für die Aufgabe der anderen Ideen durchaus entschädigen können. Rückwirkend betrachtet, war es also eigentlich sinnvoll, die Themensuche so gründlich zu gestalten, letztlich gab aber der Besuch des Staatsarchiv die entscheidenden Impulse. Beeindruckt hat mich die Menge der dort vorhandenen und offensichtlich noch nicht umfassend untersuchten Quellen über die Bürgerwehren im Kanton und ihren Eintritt in den SVV. Der Bestand beinhaltet Aufnahmegesuche, Mitgliederlisten, Versammlungsprotokolle, Abrechnungen, Akten des „Komitees luzernischer Bürgerwehren“, Propagandamaterial, Korrespondenz mit den Behörden und eine Fülle von Berichten und Dossiers, die der SVV unter Aufforderung zur Geheimhaltung an seine Sektionen geschickt hatte. Gut möglich, dass sich darüber hinaus in den einzelnen Gemeindearchiven weitere Dokumente befinden, die einen detaillierten Überblick über die verschiedenen Organisationen und ihre Beziehungen untereinander ermöglichen. Aus den Akten des Regierungsrates geht nämlich hervor, dass infolge des Landesstreiks über ein Dutzend weiterer Bürgerwehren im Kanton gegründet wurden.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Als nächsten Schritt werde ich nun ein kurzes Konzept verfassen, in dem ich meinen Untersuchungsgegenstand räumlich und zeitlich festlegen, Quellen und Forschungsstand erläutern sowie die Fragestellung und einen theoretischen Ansatz vorstellen muss. Zu den beiden letzten Punkten habe ich in den vorangegangenen Einträgen bereits einige Vorschläge gemacht. Neben der kulturgeschichtlichen Perspektive, schlug mir der Professor vor, einen Schwerpunkt auf die Organisationsformen und Beziehungsstrukturen der untersuchten Bewegungen zu setzen und das Verhältnis zwischen den Organisationen und ihrem parteipolitischen Umfeld zu untersuchen. Angesichts ihres Umfangs möchte ich ausserdem so bald wie möglich mit dem Auswerten und Fotografieren der gefundenen Quellen beginnen und nach weiteren Dokumenten Ausschau halten.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Zum Abschluss möchte ich noch auf das Büchlein „Was ist Kulturgeschichte?“ vom englischen Historiker Peter Burke hinweisen, das mir als Überblick und Einführung in diesen spannenden Zweig der Historiographie gegenwärtig gute Dienste leistet.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><br />
</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Literaturhinweise:</strong></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong><br />
</strong></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Burke</strong>, Peter. <em>Was ist Kulturgeschichte?</em> Frankfurt am Main 2005.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Dubler</strong>, Anne-Marie. <em>Geschichte der Luzerner Wirtschaft. Volk, Staat und Wirtschaft im Wandel der Jahrhunderte.</em> Luzern und Stuttgart 1983.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Huber</strong>, Max. <em>Geschichte der politischen Presse im Kanton Luzern 1914-1945</em>. Luzern 1989.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Kurman</strong>, Fridolin. <em>&#8222;Lasst hören aus neuer Zeit&#8220;. Gesellschaft, Wirtschaft und Politik im Kanton Luzern seit dem Ersten Weltkrieg.</em> Luzern 1986.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Schelbert</strong>, Joe. <em>Der Landesstreik vom November 1918 in der Region Luzern. Seine Vorgeschichte, sein Verlauf und seine Wirkung</em>. Luzern 1985.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Stutz</strong>, Hans. <em>Frontisten und Nationalsozialisten in Luzern 1933 – 1945</em>. Luzern 1997.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Thürer</strong>, Andreas. <em>Der Schweizerische Vaterländische Verband (SVV): ein </em><span style="font-family:Times New Roman,serif;"><em>«</em></span><em>antisozialistischer Schutzwall» (1919-1930/31).</em> In: <strong>Caillat</strong>, Michel et al. (Hg.). Histoire(s) de l&#8217;anticommunisme en Suisse. Zürich 2009. S. 133-146.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Wicki</strong>, Otto/<strong>Kaufmann</strong>, Anton. <em>Der erste Weltkrieg. Die Entlebucher an der Landesgrenze.</em> Schüpfheim 2008.</span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/lizweblog.wordpress.com/41/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/lizweblog.wordpress.com/41/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/lizweblog.wordpress.com/41/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/lizweblog.wordpress.com/41/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/lizweblog.wordpress.com/41/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/lizweblog.wordpress.com/41/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/lizweblog.wordpress.com/41/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/lizweblog.wordpress.com/41/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/lizweblog.wordpress.com/41/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/lizweblog.wordpress.com/41/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/lizweblog.wordpress.com/41/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/lizweblog.wordpress.com/41/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/lizweblog.wordpress.com/41/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/lizweblog.wordpress.com/41/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lizweblog.wordpress.com&amp;blog=12662424&amp;post=41&amp;subd=lizweblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Die Würfel fallen</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 08:36:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>shadow071</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturhinweis]]></category>
		<category><![CDATA[Lizarbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[In beiden Archiven zeigte man sich einigermassen überrascht über meine Frage nach noch brachliegendem Quellenmaterial, unbearbeiteten Ereignissen und offenen Fragen der Luzerner Geschichte. Auch der Hinweis auf meine bevorzugte Forschungsrichtung und bereits ins Auge gefasste Themen, konnte den freundlichen Herren in den Archiven kaum neue Impulse entlocken. Im Staatsarchiv wurde ich immerhin auf den für [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=lizweblog.wordpress.com&amp;blog=12662424&amp;post=36&amp;subd=lizweblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><span style="font-size:small;">In beiden Archiven zeigte man sich einigermassen überrascht über meine Frage nach noch brachliegendem Quellenmaterial, unbearbeiteten Ereignissen und offenen Fragen der Luzerner Geschichte. Auch der Hinweis auf meine bevorzugte Forschungsrichtung und bereits ins Auge gefasste Themen, konnte den freundlichen Herren in den Archiven kaum neue Impulse entlocken. Im Staatsarchiv wurde ich immerhin auf den für die Zeitgeschichte verantwortlichen Archivar.und die Möglichkeit meine Mail-Adresse zu hinterlassen verwiesen, während es dagegen im Stadtarchiv hiess, ich müsse mir mein Thema schon selbst suchen, erst bei spezifischen Quellenanfragen könne mir geholfen werden. Meines Erachtens ein etwas seltsamer Standpunkt, angesichts des sehr hilfreichen Dokuments mit Themenvorschlägen zur Luzerner Geschichte von der Stadtarchiv-Homepage.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Das folgende Gespräch mit Dr. Max Huber vom Staatsarchiv Luzern dagegen war sehr wertvoll. Der wissenschaftliche Archivar zeigte Interesse an meinen Vorschlägen und gab mir wertvolle Hinweise, auch über bereits abgeschlossene Forschungen. Schliesslich überliess er mir noch das Konzeptpapier einer im Moment entstehenden „Luzerner Kantonsgeschichte des 20. Jahrhunderts“, welches viele Vorschläge zu Gliederung, Inhalt und noch anstehenden Forschungen eines zweibändigen Werkes enthält, das voraussichtlich 2013 erscheinen und erstmals eine umfassende Darstellung der Entwicklung von Stadt und Kanton im letzten Jahrhundert bieten wird. Neben den als relevant für die Luzerner Geschichte erachteten Themen, bietet das Konzept auch einen guten Überblick über Literatur, Quellen und Forschungslücken der einzelnen Abschnitte.</span></p>
<p><span style="font-size:small;">Mit Hilfe der so erhaltenen Informationen sichtete ich noch einmal das ganze Material, das sich in den letzten Wochen angesammelt hatte und erstellte eine definitive Liste mit Themenvorschlägen, die ich anhand dreier Kriterien hierarchisch gliederte. Erstens sollte mich das Thema interessieren und auch über einen längeren Zeitraum zur Arbeit motivieren können. Zweitens sollte eine hinreichende Quellenbasis vorhanden sein und drittens sollte über das Thema einerseits Forschungsliteratur existieren, andererseits nicht bereits direkt untersucht worden sein. Diese Überlegungen ergaben schliesslich folgende Liste, die ich in die Sprechstunde mitnahm:</span></p>
<p><strong>Bürgerwehren, Protestbewegungen und Unruhen im Luzern der 20er-Jahre</strong></p>
<p>Wie in anderen Teilen der Schweiz entstanden auch in den Gemeinden des Kantons Luzern nach 1918 eine ganze Reihe neuer politischer Bewegungen und Bürgerwehren, die sich in der Folge der äusserst gespannten innen- und aussenpolitischen Lage am Ende des Ersten Weltkriegs (Landesstreik, Spanische Grippe, Versorgungsengpässe, Russische Revolution) und unter verschiedensten Zielen und Ideologien organisierten. Oftmals – aber nicht nur – handelte es sich dabei um bürgerliche Gruppen, die sich gegen die Forderungen und Proteste der politischen Linken und eine befürchtete kommunistische Revolution zur Wehr zu setzen versuchten, nicht selten mit offener Unterstützung durch Armee und Polizei. Die Situation in Luzern ist besonders interessant, weil der politische Raum hier traditionell vor allem durch die Konkurrenz zwischen Roten (Katholisch-Konservativen) und Schwarzen (Liberalen) Parteien geprägt war. Sozialistische und sozialdemokratische Strömungen waren zwar auch vorhanden, hatten aber einen weit schwereren Stand als in anderen Schweizer Kantonen. Wie und wo, mit welchen Zielen und Weltbildern formierten sich diese Bewegungen seit 1918? Welche Netzwerke entstanden zwischen und innerhalb von Gemeinden, Parteien und Institutionen? Was ergibt der Vergleich mit ähnlichen Gruppierungen in anderen Kantonen? Wie wurde von parteilicher und öffentlicher Seite auf das Auftauchen neuer Akteure in der politischen Arena reagiert? Wie veränderten sich der öffentliche Diskurs und die politische Kultur unter ihrem Einfluss? Welcher Methoden und Ausdrucksformen bedienten sie sich? Lassen sich Mentalitäten, Werte und Grundhaltungen der Zeit aus ihren sozialen Konflikten und wahrgenommenen Bedrohungen festhalten?</p>
<p><strong>Der Fall Xaver Schnieper: Überwachung durch die Bundespolizei und Antikommunismus</strong></p>
<p>Als ich die Affären Schnieper/Rössler und Dubois/Ulrich eigentlich bereits aufgegeben hatte, ergab sich doch noch eine erstaunliche, von mir lange gesuchte Verbindung zwischen diesen beiden Geheimdienstfällen. Der von der Bundesanwaltschaft mit der Überwachung der Aktivitäten Schniepers und Rösslers beauftragte Bundespolizist war niemand anderes als jener Max Ulrich, der später die Vorwürfe gegen René Dubois erhob und selbst wegen der Weitergabe von Geheiminformationen verurteilt wurde. Ausserdem hatte die Bundesanwaltschaft die ersten Informationen über die Leitung von Luzern nach Prag/Moskau möglicherweise genau über jene Art von Geheimdienstkontakten erhalten, wegen denen die Affäre Dubois überhaupt ins Rollen geraten war; allerdings nicht durch die Zusammenarbeit mit dem französischen, sondern diesmal mit dem deutschen Geheimdienst, dessen Kontakte in die Schweiz mindestens bis in den Zweiten Weltkrieg zurückreichen und deshalb verständlicherweise äusserst problematisch sind. Methoden und Selbstverständnis der Bundespolizei bei der Überwachung Schniepers, die Einstellung Ulrichs gegenüber dem „Landesverräter“, die Reaktion der Presse und Öffentlichkeit auf die Affären, überhaupt der ganze antikommunistische Zeitgeist der fünfziger Jahre scheint mir ebenfalls ein lohnendes Thema zu sein. Das Problem liegt hier einerseits in der Abgrenzung des Themas und andererseits in den Quellen. In Luzern scheint hierzu nach meinen bisherigen Erkenntnissen wenig Material vorhanden zu sein. Da die beiden Affären schon untersucht wurden, müsste ich einen neuen Schwerpunkt setzen, beispielsweise auf die Vermittlung von antikommunistischen Haltungen in Schulen, Unternehmen und Behörden oder auf den Umgang von Medien bzw. Parteien mit dem Thema, wobei wieder die Frage auftaucht, ob dazu überhaupt Informationen vorhanden sind.</p>
<p>Aus Platzgründen verzichte ich im Folgenden auf die Darstellung der übrigen Themenvorschläge und lasse die Titel für sich sprechen:</p>
<p>„<strong>Krawallnacht“ von Luzern 1969</strong></p>
<p><strong>Veränderung von Sozialtopographie, Bewusstsein, Lebensgefühl und Raumwahrnehmung durch Wandel der Mobilität seit dem Zweiten Weltkrieg</strong></p>
<p><strong>Gesellschaftsverständnis und Vorstellungen von Lebensform und sozialer Ordnung im Spiegel der öffentlichen, kirchlichen und privaten Fürsorge/Wohlfahrt</strong></p>
<p><strong>Bedingungsfaktoren und Wirkungen historischer Raum- und Verkehrsplanungsprozesse</strong></p>
<p><strong>Zensur, Sittlichkeitsvorstellungen, Religiosität und Vergnügen</strong></p>
<p><strong>Begegnung mit dem Fremden (Tourismus und Immigranten, Flüchtlinge, Internierte)</strong></p>
<p><strong>Wahrnehmung und Gewichtung von Bedrohungen und Konflikten bzw. deren Bewältigung</strong></p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Literaturhinweise:</strong></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong><br />
</strong></span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Altermatt</strong>, Urs. <em>Katholizismus zwischen den Weltkriegen, 1920-1940.</em> Freiburg 1994.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Boesch</strong>, Walter. <em>Zur Geschichte der politischen Presse im Kanton Luzern von 1848-1914</em>. Luzern 1931.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Caillat, </strong>Michel et al. (Hg.). <em>Histoire(s) de l&#8217;anticommunisme en Suisse</em>. Zürich 2009.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Huber</strong>, Max. <em>Geschichte der politischen Presse im Kanton Luzern 1914-1945</em>. Luzern 1989.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Jost</strong>, Hans-Ulrich. <em>Bedrohung und Enge (1914-1945).</em> In: Im Hof, Ulrich et al. (Hg.). Geschichte der Schweiz und der Schweizer. Basel 1986. S. 731-819.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Jost</strong>, Hans-Ulrich. <em>Die reaktionäre Avantgarde.</em> Die Geburt der Neuen Rechten in der Schweiz um 1900. Zürich 1992.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Mattioli</strong>, Aram. <em>Intellektuelle von rechts. Ideologie und Politik in der Schweiz 1918-1939.</em> Zürich 1995.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Schelbert</strong>, Joe. <em>Der Landesstreik vom November 1918 in der Region Luzern. Seine Vorgeschichte, sein Verlauf und seine Wirkung</em>. Luzern 1985.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Stutz</strong>, Hans. <em>Frontisten und Nationalsozialisten in Luzern 1933 – 1945</em>. Luzern 1997.</span></p>
<p><span style="font-size:small;"><strong>Töngi</strong>, Michael. <em>Das journalistische und politische Handeln Xaver Schniepers 1936-1953 und wie öffentlich und offiziell darauf reagiert wurde.</em> Unveröffentlichte Lizentiatsarbeit. Universität Basel 1996.</span></p>
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